Ich mache Tierversuche – Teil 1

Im vergangenen Jahr suchte ich eine Wohnung und schaute mir eine WG an. Tolle Lage, eine traumhafte Wohnung und eine super nette Mitbewohnerin. Ich war begeistert. Wir hatten uns schon eine Stunde oder so unterhalten und es war klar, dass wir uns bald verabschieden würden. Zeit für eine weitere wichtige Wahrheit. „Du, eins muss ich dir noch sagen. Ich mache Tierversuche.“.

Ich krieg Herzklopfen bei diesem Satz. Nicht das Gute, das, wie wenn man auf dem 10m-Turm steht. Aber es ist nun mal so: Ich mache Tierversuche. Natürlich bin ich da nicht einfach reingerutscht. Ich wusste auf was ich mich einlasse, als ich mit meiner Masterarbeit anfing und ich habe mich bewusst dafür entschieden, für eine Promotion zu bleiben.

Warum also fühle ich mich so unwohl dabei davon zu erzählen? Klar, es wird immer mal wieder kritisch darüber berichtet und die deutsche Öffentlichkeit findet es verständlicherweise nicht richtig Affen für Abgastests einzusetzen. Auch in Bremen und Tübingen gab es enorme Widerstände gegen neurowissenschaftliche Forschung an Affen. Aber gegen medizinische Forschung an Ratten und Mäusen habe ich selten etwas gehört.

Vielleicht bin ich mir selbst nicht ganz sicher, ob das was ich da tue richtig ist. Deswegen wird das hier auch kein kurzer Post, sondern eine Reihe.

Teil 1: Die klassischen Positionen der Tierethik: Was dürfen wir mit Tieren tun und was nicht?

Teil 2: Zahlen und Fakten: Wie viele Tierversuche werden in Deutschland durchgeführt? An welchen Tieren? Für welche Forschung? In welcher Industrie? Und haben uns Tierversuche jemals auf den Menschen übertragbare Fortschritte gebracht?

Teil 3: Die aktuelle rechtliche Lage in Deutschland, insbesondere NRW: Was steht eigentlich im Gesetz? Wer genehmigt Tierversuche? Was muss in solchen Anträgen stehen?

Teil 1: Die klassischen Positionen der Tierethik

Heute geht es also um Tierethik, die versucht eine Antwort auf die Frage zu finden: „Was dürfen wir mit Tieren tun und was nicht?“. Gerade in Bezug auf Tierversuche kommt schnell eine zweite Frage hinzu: „Was ist der Nutzen von Tierversuchen?“. Wir sind uns sicher alle einig, dass wenn diese Frage mit „Tierversuche haben keinen Nutzen.“ beantwortet wird, auf die erste Frage geantwortet werden muss „Wir dürfen keine Tierversuche machen.“.  Was aber ist im anderen Fall? Wenn wir also zu dem Schluss kommen, dass Tierversuche einen Nutzen haben? Dann erfordert die Frage „Was dürfen wir mit Tieren in Bezug auf Tierversuche tun und was nicht?“ einiges an Arbeit.

Zunächst bleiben wir bei der Annahme, dass Tierversuche einen Nutzen haben und schauen uns an, welche Argumentationsstränge zu einer Vertretbarkeit oder nicht-Vertretbarkeit von Tierversuchen führen. Drei Bücher, die ganz gut zur Einführung geeignet sind, habe ich euch am Ende aufgelistet. Ich habe mich im Wesentlichen an „Tierethik. Zur Einführung“ von Herwig Grimm und Markus Wild orientiert.

Die moderne Tierethik entwickelte sich in den 1970er Jahren und insbesondere das Buch „Animal Liberation“ (1975) von Peter Singer begründete das Fach. Zwei klassische Positionen der Tierethik stammen von Peter Singer und Tom Regan.

Beide Positionen beginnen bei dem Begriff der moralischen Gemeinschaft. Die moralische Gemeinschaft zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Mitglieder um ihrer selbst willen schützenswert sind und ihre Interessen in moralischen Entscheidungen beachtet werden müssen. Um Teil der moralischen Gemeinschaft zu sein, muss ein Lebewesen die Eigenschaft der Empfindungsfähigkeit besitzen. Das heißt, es muss in der Lage sein Schmerz und die Abwesenheit davon zu empfinden.

Dieser Argumentation folgt dem Gleichheitsprinzip, dass Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandelt werden muss. Wenn nun Tiere und Menschen gleichermaßen die Eigenschaft Empfindungsfähigkeit besitzen, müssen sie gleichermaßen in die moralische Gemeinschaft aufgenommen werden.

Innerhalb der moralischen Gemeinschaft gibt es moralische Akteure und moralische Objekte. Nur Individuen, die sich ihrer selbst bewusst sind, die Abstraktionsvermögen besitzen und sich ihre Interessen und die Interessen anderer bewusst machen können sind moralische Akteure und in der Lage moralische Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet aber keinen Standesunterschied innerhalb der moralischen Gemeinschaft. Moralische Akteure und moralische Objekte sind gleichermaßen schützenswert, da die Empfindungsfähigkeit und nicht höhere kognitive Fähigkeiten die Aufnahme in die moralische Gemeinschaft und damit das „um seiner selbst willen schützenswert sein“ begründet.

Der kritische Teil kommt jetzt: Sowohl Singer als auch Regan vertreten den moralischen Individualismus. Diese Position besagt, dass nicht die Zugehörigkeit zu einer Gruppe über den moralischen Status entscheidet, sondern die individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften entscheiden, wie ein Lebewesen behandelt werden darf. Damit wird die prinzipielle Grenze zwischen Mensch und Tier verneint. Die generelle Bevorzugung von Menschen wird von vielen Tierethikern als Speziesismus abgelehnt. Kritisch ist das, weil es gegen den Grundsatz der deutschen Verfassung geht, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Also gerade nicht von den Fähigkeiten und Eigenschaften des einzelnen abhängt, sondern uneingeschränkt auch für schwer geistig behinderte oder hirngeschädigte oder komatöse oder demente Menschen gilt. Aus Sicht des deutschen Rechts dürfen also nur solche tierethische Überzeugung den Weg ins Gesetzbuch finden, die nicht diesem Grundsatz wiedersprechen.

Trotz dieser Einschränkung der praktischen Anwendbarkeit sind diese Positionen spannend und einige Aspekte auch praktisch relevant.

Peter Singers Ethik

Singer (*1946 in Melbourne) vertritt einen sogenannten Präferenz-Utilitarismus. Im hedonistischen Utilitarismus ist das Gefühl Lust eine gute Konsequenz und das Gefühl Schmerz eine schlechte Konsequenz. Im Präferenz-Utilitarismus hingegen, sind nicht nur gute Gefühle gute Konsequenzen, sondern Ziele und Wünsche, die nicht zwangsläufig mit einem guten (oder nur guten) Gefühl einhergehen müssen. Ein erreichtes Ziel/ ein erreichter Wunsch ist dann eine positive Konsequenz und die Frustration von Wünschen eine negative Konsequenz. Moralische Entscheidungen sollen im Präferenz-Utilitarismus dann so gefällt werden, dass möglichst viele Wünsche erfüllt und möglichst wenige frustriert werden.

Singer argumentiert, dass moralische Urteile aus der Perspektive eines unparteiischen Beobachters begründet werden müssen, ich darf also meine eigenen Wünsche nicht höher Werten als die eines anderen. Nur so können unterschiedliche moralische Akteure zu demselben Ergebnis kommen.

Die Wünsche, die Mitglieder der moralischen Gemeinschaft haben, heißen bei Singer Präferenzen. Präferenzen zu haben verbindet moralische Akteure und moralische Objekte (die bei Singer moralfähige und nicht-moralfähige Wesen heißen). Präferenzen unterschieden sich nicht qualitativ. Das heißt also die Präferenz des Schweins einen großen Stall zu haben zählt nicht an sich mehr als die Präferenz des Bauern mehr Profit zu machen. Was jedoch zählt ist die Stärke der Präferenz. Wenn also das Schwein unbedingt einen größeren Stall will und der Bauer nur ein wenig den Wunsch hat mehr Profit zu machen, ist die Präferenz des Schweins höher zu werten.

Hier kommen wir natürlich gerade in Bezug auf Tierethik an einen schwierigen Punkt: Woher kennen wir die Präferenzen von Tieren? Hier kann die Tierethik nicht alleine weiter kommen, sondern muss sich auf empirische Wissenschaften wie z.B. die Zoologie verlassen. Trotzdem ist diese Einschätzung immer mit einer Unsicherheit belegt, da wir nur aus menschlicher Perspektive urteilen können (epistemische Unsicherheit). Diese fundamentale Unsicherheit entbindet uns aber nicht von der Pflicht es zu versuchen.

Eine interessante Konsequenz der Päferenzen ist die Tötung von Tieren. Denn die schmerzlose Tötung eines Lebewesens ohne Selbstbewusstsein frustriet keine Präferenz. Ein Lebewesen, dass keinen Begriff von Zukunft oder Zeit hat, hat auch nicht den Wunsch lange zu leben. Hier wird der Konflikt mit dem Grundgesetz besonders deutlich, denn in Singers Ethik haben auch Menschen, die dieses Verständnis nicht haben, nicht die Präferenz zu leben.

Ein letzter wichtiger Aspekt von Singers Ethik ist das Aggregationsprinzip. Das heißt, er geht davon aus, dass Präferenzen gegeneinander aufgewogen werden dürfen und eine Entscheidung auch dann moralisch zu rechtfertigen sein kann, wenn sie starke Präferenzen eines Lebewesens frustriert.

In Singers Ethik sind Tierversuche prinzipiell möglich. Wenn eine Abwägung der Präferenzen aller beteiligten (Schaden-Nutzen-Analyse) dazu führt einen Tierversuch als ethisch vertretbar einzustufen, so darf er durchgeführt werden. Aber diese Argumentation gilt für Tierversuche ebenso wie für Menschenversuche. Singer schreibt dazu: „Wären dieselben Forscher bereit, ihre Experimente an verwaisten Menschen mit schwerwiegenden, unheilbaren Hirnschäden durchzuführen, wenn das der einzige Weg wäre, um Tausende zu retten?“. (Peter Singer. „Praktische Ethik“, Stuttgart, 2013.)

Tom Regans Ethik

Das Aggregationsprinzip ist genau der Punkt in dem Regan (*1938 Pittsburgh, † 2017) widersprechen würde. Er vertritt die Ansicht, dass Mitglieder der moralischen Gemeinschaft gerade vor diesem Aufrechnen geschützt werden müssen. Regan erklärt, dass Mitglieder der moralischen Gemeinschaft im Präferenz-Utilitarismus nicht um ihrer selbst willen zählen, sondern nur als Behälter für Präferenzen.

Für Regan aber haben Mitglieder der moralischen Gemeinschaft einen inhärenten Wert, der nicht von ihren Präferenzen abhängig ist. Er nutzt dafür auch den Begriff Respekt: Mitglieder der moralischen Gemeinschaft müssen mit Respekt behandelt werden.

In Regans Ethik sind Tierversuche dementsprechend nicht erlaubt. Tiere dürfen nicht als Sachen behandelt werden, sie dürfen nicht als bloßer Zweck betrachtet werden und sie dürfen nicht leiden, damit anderen eventuell geholfen wird. Er schreibt: „Labortiere sind nicht unsere Vorkoster, wir sind nicht ihre Könige. Weil diese Tiere routinemäßig und systematisch so behandelt werden, als wäre ihr Wert auf ihre Nützlichkeit für anderer reduzierbar, werden sie routinemäßig und systematisch mit einem Mangel an Respekt behandelt; und so werden ihre Rechte routinemäßig und systematisch verletzt. […] Das Beste, was wir tun können, wenn es um die Verwendung von Tieren in der Wissenschaft geht, ist – sie nicht zu verwenden.“ (Tom Regan. „Empty Cages: Animal rights and vivisection.“ In: The ethics on animal reserach. Exploring the controversy. Cambridge, MIT Press, 2012)

Kritik an Singer und Regan

Wie man sich denken kann, wurde und wird insbesondere Singer sehr kritisch gesehen. Diese Kritik richtet sich kaum gegen die tierethischen Konsequenzen, sondern gegen den moralischen Individualismus.

Der moralische Individualismus steht im Widerspruch zur Würde des Menschen und steht unserer Intuition entgegen, dass auch Kleinkinder, schwer geistig behinderte oder demente Menschen um ihrer selbst willen Schutz verdienen. Wir sind nach Singer Speziesisten. Die Frage, ob das eigentlich rational zu rechtfertigen ist, wird selten gestellt. Die Würde des Menschen wird im Grundgesetz nicht begründet sondern festgestellt. Die Idee stammt aus der jüdisch-christlichen Tradition und wird mit der Gottesebenbildlichkeit des Menschen begründet. Häufig wird die Menschenwürde auch durch die einzigartigen Fähigkeiten des Menschen zu abstrahieren, rational zu denken und moralische Urteile zu fällen begründet. Hier würde Singer einwerfen, dass diese Begründung sich nicht auf alle Individuen der Spezies Mensch beziehen kann. Ein Argument dagegen wäre, dass alle Menschen potentiell diese Fähigkeiten besitzen. Kleinkinder werden erwachsen und entwickeln diese Fähigkeiten und selbst schwere Hirnschäden können wir vielleicht eines Tages behandeln und heilen. Ein ähnliches Argument ist, dass die Menschenwürde oder der moralische Status absolut sein muss. Dass es also nicht sein darf, dass ein Mensch diesen im Laufe seines Lebens gewinnt oder verliert. Außerdem kann die Menschenwürde und die daraus resultierenden Menschenrechte politisch begründet werden. So wie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, dort heißt es in der Präambel:

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, […] verkündet die Generalversammlung diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte […].

 Um nach diesem Exkurs wieder zur Tierethik zu kommen, will ich noch eine frühe Kritik an der Tierethik von Singer und Regan  vorstellen, die von Cora Diamond. Sie argumentiert, dass unser Verhalten gegenüber Tieren nicht von tierlichen Eigenschaften abhängt, sondern von menschlichen Praktiken. Von Diamond stammt ein Buch mit dem Titel „Fleisch essen und Menschen essen“ (im Original: „Eating Meat and Eating People“) in dem sie erläutert, dass die Unterschiede zwischen Mensch und Tier sich aus der normativ geregelten Praxis ergeben. Dass wir, in dem wir Tiere essen am Tisch lernen was Tiere sind. Nach Diamond funktioniert Moral nicht, indem wir uns zunächst auf relevante Kriterien für den moralischen Status einigen und dann danach entscheiden, sondern durch eine bereits bestehende, geregelte Praxis. Insbesondere kritisiert sie auch den von Singer geforderten „unparteiischen Beobachter“ von dessen Position aus moralische Entscheidungen gefällt werden sollen, da es diesen nicht gäbe und wir auch nicht in der Lage seien seinen Standpunkt einzunehmen. Diamonds Kritik ist damit fundamental. Singer und Regan versuchen distanziert das Problem „Was dürfen wir mit Tieren tun und was nicht?“ zu betrachten und es in einen theoretischen Rahmen zu verpacken. Sie idealisieren den unparteiischen Beobachter als frei von Ideologien und versuchen moralische Urteile zu fällen, die auch ein vernunftbegabter Marsmensch fällen könnte. Diamond hingegen weist darauf hin, dass der unparteiische Beobachter selbst eine Ideologie ist. Sie vertritt die Ansicht, dass es nicht eine Art der moralischen Argumentation gibt sondern viele. Diamond spricht auch von der „Schwierigkeit der Wirklichkeit“, die uns in Angst oder Staunen versetzt und unser Weltbild durcheinander wirbelt. Konkrete Forderungen zur Tierethik ergeben sich daraus aber nicht.

Konkrete Richtlinien im Umgang mit tierexperimenteller Forschung

Konsensfähige Standard ist zurzeit das 3R-Prinzip. Es stammt schon aus dem Jahre 1959 und fordert Replacement, Reduction und Refinement.

Das Replacement-Kriterium fordert Tierversuche zu ersetzen, wenn dies möglich ist. Die Ersatzmethoden sind zum Beispiel Untersuchungen an Zell- und Gewebekulturen im Reagenzglas (in vitro) oder die Nutzung weniger weit entwickelter Lebensformen. Ein Ideal wäre Tierversuche durch Simulationen zu ersetzen (in silico).

Das Reduction-Kriterium fordert die Reduzierung von Tierversuchen. Es sollen nicht mehr Versuche als benötigt durchgeführt werden und pro Versuch nicht mehr Tiere als unbedingt nötig genutzt werden.

Refinement schließlich fordert die ständige Verbesserung von Tierexperimenten. Das betrifft sowohl bessere Haltungsbedingungen als auch die Durchführung des Versuchs.

Die 3R-Prinzipien fordern jedoch keine moralischen Überlegungen. Es wird lediglich auf Basis des wissenschaftlichen Standes entschieden, ob ein Tierversuch auch ersetzt, reduziert oder verbessert werden könnte. Es wird nicht die prinzipielle Frage gestellt, ob er durchgeführt werden darf.

Das deutsche Tierschutzgesetz geht da weiter und fordert für jeden Tierversuch eine ethische Abwägung. Da heißt es: „Versuche an Wirbeltieren oder Kopffüßern dürfen nur durchgeführt werden, wenn die zu erwartenden Schmerzen, Leiden oder Schäden der Tiere im Hinblick auf den Versuchszweck ethisch vertretbar sind.“ (§7a,(2)3). Es wird hier also einen Schaden-Nutzen-Kalkulation gefordert, jedoch auch kein Tierversuch prinzipiell verboten.

Die jetzige Gesetzeslage folgt also dem Aggregationsprinzip, dass Nutzen und Schaden gegeneinander aufgewogen werden dürfen. Für diese Schaden-Nutzen-Analyse ist das Präferenzen-System von Singer hilfreich. Dann ist es zum Beispiel ein Schaden, eine Ratte alleine zu halten, da sie Gemeinschaft mit Artgenossen möchte. Es ist jedoch kein Schaden eine Ratte in einem Käfig, der auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist, zu halten, da eine Ratte keine Präferenz für Freiheit und die Möglichkeit zu gehen wohin sie möchte hat. Auch das Kriterium der Empfindungsfähigkeit spielt im Gesetz die wichtigste Rolle, da Schäden durch Leiden oder Schmerz definiert werden.

 

Dieser Teil enthielt viele Ideen und wenig konkrete Richtlinien. Diese Lücke gibt es auch im Gesetz, die ethische Abwägung bleibt den einzelnen Forschern und Genehmigern von Tierversuchen überlassen. Das ist insoweit sinnvoll, da das die Menschen sind, die den Nutzen der Forschung und auch den Schaden für die Tiere gut einschätzen können. Dennoch würde ich mir nach der Recherche für diesen Teil wünschen, dass Tierethik in Kursen zur Versuchstierkunde deutlich ausführlicher behandelt wird.

In ein paar Wochen geht’s dann weiter mit Teil 2: Zahlen und Fakten zu Tierversuchen.

Literatur

Tiere in der Forschung. Naturwissenschaftliche, rechtliche und ethische Aspekte.

Tierethik. Zur Einführung.

Philosophie der Tierforschung. Maximen und Konsequenzen.

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