Lieblinge, 5

Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Lieblinge. Ich schreibe diesen Blogpost gerade ganz klischeemäßig im Starbucks in Münster. Das liegt nicht daran, dass ich so gerne Iced Vanilla Lattes trinke (obwohl das eines meiner guilty pleasures ist), sondern daran, dass es so unglaublich heiß ist.

Daher steigen wir aus gegebenem Anlass gleich ein mit zwei Tipps gegen die Hitze. Erstens parkt euer Fahrrad nicht in der Sonne. Insbesondere nicht, wenn es einen schwarzen Sattel hat. Zweitens, wie ihr sicher wisst kühlt kaltes Wasser ganz gut. Mutige füllen einfach den Büromülleimer mit kaltem Wasser und stecken ihre Füße hinein. Wem das zu auffällig ist, ein Taschentuch kalt befeuchten und in den Nacken legen hilft auch ganz gut und ist ziemlich unauffällig.

Meine Erkenntnis der Woche: Die Phase-1-Theorie

Mein Schreibprozess besteht aus zwei Phasen. In Phase 1 suche ich Literatur, lese ganz viel und verstehe nicht so viel. Phase 1 zeichnet sich durch ein Element des Zufalls aus. Ich fange an ein Paper zu lesen, und stoße auf den Satz „Es ist bekannt, dass sich x wie y verhält.“. Solche Sätze sollte man ohnehin verbieten! Jedenfalls wird mir plötzlich bewusst, dass ich noch nicht wusste, dass x sich wie y verhält und warum das so ist. Also suche ich das nächste Paper, das mir das erklärt. So ergibt sich ein ziemliches hin- und herspringen.

In Phase 2 fügt sich das Puzzle plötzlich zusammen, ich entscheide was wichtig ist, verwerfe die meisten Infos uns schreibe den Rest auf. Natürlich gibt es noch eine Phase 3, in der man den Text lesbar macht.

Bisher habe ich mich für meine Arbeitsweise in Phase 1 ziemlich kritisiert. Das Problem an Phase 1 ist nämlich, das Tag um Tag vergeht und man nichts Handfestes vorzuweisen hat. Außerdem entstehen durch das verfolgen verschiedenster Informationen lauter neue Fragen und lose Enden. Ich habe viel Zeit damit verbracht mir eine Arbeitsweise anzueignen, die strukturierter ist und einen regelmäßigen, gleichbleibenden Output produziert.  Das hat aber nicht funktioniert und es hat mich nur noch unzufriedener gemacht.

Diesen Montag hatte ich mal wieder drei Paper gleichzeitig aufgeschlagen und noch keines davon zu mehr als 20 % gelesen. Ich hatte das Gefühl nicht mehr zu verstehen, sondern immer weniger. In solchen Situationen erscheint es einem natürlich als gute Idee sich ein bisschen Instagram, dem Tagträumen oder völlig banalen Aufgaben zu widmen. Dann kam mir aber der erfreuliche Gedanke, dass ich ja schon jede Menge sinnvoller Texte geschrieben habe. Selbst für meine Dissertation habe ich schon einige Seiten zusammen, mit denen ich ganz zufrieden bin. Das Endprodukt meines Arbeitsprozesses ist also völlig okay. Es ist überhaupt nicht nötig in Phase 1 so zu leiden, da ich ja aus Erfahrung weiß, dass Phase 2 folgen wird.

Während ich in der prinzipiellen Frage ob ein stetigerer Arbeitsprozess besser (und möglich) wäre noch nicht ganz entschieden bin, hat mir diese Erkenntnis doch zumindest diese Woche versüßt. Wenn es gerade gar nicht läuft, beruhige ich mich einfach damit, in Phase 1 zu sein.

Falls ihr gerade doch in der Arbeitsprozessoptimierung seid, auf ThesisWhisperer gibt es gerade einen schönen Beitrag zu der Frage wann digitale Helfer einen effizienter machen und warum es so schwer fällt von ineffizienten Methoden abzuweichen.

Lesen

My Berlin Kitchen: Adventures in Love and Life – Luisa Weiss

Dieses Buch hat mir Ulrike zum 30. Geburtstag geschenkt und es war wirklich großartig. Luisa schreibt quasi ihre Biographie. Angefangen bei ihrer Kindheit im getrennten Berlin, ihrer Zeit in Boston, dann in New York und irgendwann wieder in Berlin. Dazu gibt es in jedem Kapitel ein Rezept. Luisa hat eine fantastische Art über Essen zu schreiben und war eine der ersten großen Foodbloggerinnen. Außerdem erzählt sie ihre Wahnsinns-Liebesgeschichte. Mich hat das Buch tatsächlich sehr berührt, vielleicht weil ich auch gerade in einer Situation bin in der sich mein Leben neu sortiert und man viele Entscheidungen treffen muss und darf. Außerdem hat sie mich auf die Idee gebracht Spaghetti mit Kapern zu essen, was super lecker ist.

Postsecret

Den Blog Postsecret gibt es schon seit Ewigkeiten (2005). Es handelt sich dabei um ein Kunstprojekt des Amerikaners Frank Warren. Jeder, der möchte, kann sein Geheimnis auf einer Postkarte mehr oder weniger künstlerisch darstellen und an Frank schicken. Eine Auswahl davon wird jeden Sonntag auf dem Blog gezeigt.

WeCroak

Möchtest du dich vielleicht fünfmal am Tag von einer App daran erinnern lassen, dass du sterben wirst? Hier die Argumente dafür. Außerdem ist der Fashionblog Manrepeller einer der wenigen Orte im Internet an denen ich die Kommentare richtig gerne lese. Die anderen beiden sind der Blog Cup of Jo und ThesisWhisperer.

Gucken

Instant Family (deutsch: Plötzlich Familie)

In Instant Family entschließt sich ein Paar drei Kinder im Alter von ungefähr 6 bis 15 zu adoptieren. Der Film erzählt sehr unterhaltsam und rührend wie sich die fünf als Familie finden. Ein echter feel-good-Film bei dem ich zwischen Tränen und Lachtränen gewechselt bin.

Ich hoffe ihr könnt das heiße Wochenende genießen! Vielleicht lege ich mich mit einem Bier in die kalte Badewanne.

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