Meine Home Office Routine

Das sieht ergonomisch nicht so günstig aus.

April 2021, wir befinden uns im zweiten Corona-Jahr. Ich bin in einer denkbar privilegierten Position: ich habe eine schöne Wohnung mit Terrasse, ich lebe sehr gerne mit meinem Mann zusammen, ich habe einen sicheren Job, der mir großen Spaß macht und ich kann meiner Arbeit ohne Schwierigkeiten im Home Office nachkommen. Natürlich weiß ich wie gut es mir damit geht aber trotzdem fällt mir die Dankbarkeit immer häufiger schwer. Der Teil-Lockdown und die Kontaktbeschränkungen zermürben einen, ich möchte mit Freundinnen (Plural!) in eine Bar gehen, in den Urlaub fahren, wenigstens in diesem Jahr unsere Hochzeit groß feiern können und ohne Sorge meine Eltern besuchen können.

Ich lebe in diesem fremdbestimmten Alltag in dem sich stündlich ändert was erlaubt und was vernünftig und was verantwortungsbewusst ist. Und alles was mir einfällt ist noch einen Artikel übers Home Office zuschreiben. Ich hoffe es ist vielleicht für die eine oder den anderen doch eine Hilfe. Immerhin verbringen wir mit 40 Stunden 24 % unserer Wochenzeit im Home Office, spazieren gehe ich höchstens 5 % meiner Woche (8 Stunden).

Ich arbeite seit letztem November nur noch im Home Office und bin an 3 von 5 Tagen ganz zufrieden damit. Ich arbeite dort zwar nicht mehr an meiner Promotion aber ich gehe immer noch einer Tätigkeit nach bei der ich viel am Computer sitze, lese, Vorträge vorbereite, neues lerne und programmiere. Hier meine Tipps und Routinen fürs Home Office. Lest unbedingt auch Ulrikes Artikel „Wie ich lernte von zu Hause aus zu arbeiten“ und Franziska E.s Artikel über „Chunk Work

Morgens: Ausgeruht aufstehen

Mein Wecker klingelt normalerweise um 7 Uhr und ich stehe so um 7:30 Uhr auf. Ich habe schon oft in meinem Leben versucht früher oder wenigsten schneller aufzustehen aber war damit nicht erfolgreich. Trotzdem habe ich dabei ein paar Tipps für guten Schlaf und gutes Aufstehen gelernt.

Abends höre ich gerne noch ein Hörbuch zum Einschlafen. Die ideale Hördauer für mich sind 15 Minuten. Ist die Zeit kürzer reicht es nicht zur Entspannung und zum „im Schlafmodus ankommen“, ist die Zeit länger schlafe ich ein und wache eventuell durch das Hörbuch wieder auf und das ist natürlich kontraproduktiv.

Zum besseren Aufstehen benutze ich seit diesem Winter einen Tageslichtwecker. Der weckt mich zwar nicht zuverlässig aber ich finde es trotzdem sehr angenehm in einem hellen Zimmer von meinem Handy geweckt zuwerden.

Der wichtigste Tipp, der mir auch am meisten hilft, ist aber sich an feste Schlafenszeiten zu halten und genug zu schlafen. Ich gehe spätestens 22:30 Uhr ins Bett und bekomme damit mindestens 8 Stunden Schlaf.

Was mir wirklich gefällt am zu Hause arbeiten, ist dass ich einen ganz entspannten Morgen habe. Mein Mann macht Kaffee. Ich gehe duschen und ziehe mir eine Leggins/ Jogginghose und eine hübsche Bluse an. Ich trinke in Ruhe Kaffee, lese vielleicht ein bisschen (nicht die Zeitung!) und schreibe 5-Minuten Tagebuch.

Ein guter Arbeitsplatz und wie ich Nacken-/Rückenschmerzen vorbeuge

Zwischen 8:30 Uhr und 9 Uhr setze mich an den Schreibtisch und fange an zu arbeiten. Mein Schreibtisch ist inzwischen professionell ausgestattet. Mein Laptop steht auf 3 dicken Kochbüchern, um ihn auf eine ergonomischere Höhe zu bringen. Ich nutze einen externen Bildschirm, eine externe Tastatur und eine Maus. Einen speziellen Schreibtischstuhl habe ich nicht, ich nutze einen unserer gepolsterten Küchentischstühle.

Im vergangen Herbst hatte ich das erste Mal in meinem Leben Rückenprobleme. Ich hatte schon wochenlang verspannte Schultern und haben dann, als ich meine Haare mit einem Handtuch trockenrubbeln wollte, eine Art mini-Hexenschuss bekommen. Ich war beim Orthopäden und habe mich zuerst darüber aufgeregt, dass die Behandlung darin bestand mir zu sagen, dass das von selbst wieder besser werden würde und ich Sport machen sollte – zum Beispiel Pilates. Tja, was soll ich sagen. Es ist besser geworden uns seit ich drei- bis viermal die Woche Yoga oder Stretching oder ein Fitnessvideo mache habe ich wesentlich weniger Probleme. Ich bin zurzeit großer Mady Morrison Fan und kann sowohl Ihre Yogavideos als auch die Fitnessvideos sehr empfehlen.

Videomeetings

Aus irgendeinem Grund haben Meetings einen schlechten Ruf. Ich mag Meetings, endlich Gelegenheit mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts zu sprechen. Für halbwegs professionelle Meetings habe ich gute Kopfhörer und den Schreibtisch so ausgerichtet, dass ich aus dem Fenster gucke. Das ist ersten ganz interessant zum Leute beobachten und sorgt zweitens für schmeichelhaftes Licht in Videomeetings. Ich denke seit einiger Zeit ernsthaft darüber nach mir so ein Ring-Light zu kaufen. Ich versuche Meetings auf den Nachmittag zu legen, sodass ich morgens ungestörte Zeit habe um mich Aufgaben zu widmen, die mehr Konzentration brauchen.

Pausen

Ich mache auch im Home Office eine richtige Mittagspause. Meisten koche ich eine Kleinigkeit sowie eine Suppe, Pfannkuchen oder zumindest ein Spiegelei. Beim Essen höre ich fast immer Podcasts, das fühlt sich dann ein bisschen an wie einen interessanten Kollegen zum Mittagessen zu treffen. Nachmittags gibt es dann auf jeden Fall eine Kaffee und Schokolade Pause.

Ich hoffe ihr habt euch gut im Home Office eingerichtet!

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