[Nervennahrung:] Richtig, richtig gute Chocolate Chip Cookies

Photo by Food Photographer | Jennifer Pallian on Unsplash (eigene, weniger schöne Fotos unten!)

Fröhlichen Feiertag von uns!

Wir präsentieren euch ja einiges an gesunden, zuckerfreien Rezepten in unseren Nervennahrung-Posts. Das liegt nicht daran, dass wir keinen Zucker mögen, sondern eher daran, dass wir zu den Leuten gehören, deren Höhepunkt des Tages die Schokolade am Nachmittag ist. (Traurig, I know. Aber wenn man Tony’s Chocolonely in der Schublade liegen hat, geht es nicht anders.) Und deshalb bemühen wir uns, unseren Süßigkeitenkonsum, sagen wir, nachhaltig zu gestalten.

Aber es gibt so Tage, da tut es ein Frühstückskeks einfach nicht. Da hilft nur echter, böser, weißer Industriezucker. Viel davon. Da sich solche Tage in letzter Zeit bei mir gehäuft haben (ich gebe dem Wetter die Schuld), musste ich neulich mal wieder Chocolate Chip Cookies backen. Richtig süße, richtig schokoladige.

Der perfekte Chocolate Chip Cookie ist meiner Meinung nach außen knusprig, aber innen noch weich, er soll sogar etwas zäh sein, Biss haben, wenn man reinbeißt. Idealerweise schmilzt die Schokolade auf der Zunge, weil man ihn direkt aus dem Ofen geholt hat. Die Qualität der Schokolade ist entscheidend: Schlechte Schokolade = schlechter Cookie. Und etwas Salz im Teig, vielleicht auch oben drauf, bringt den Geschmack der Schokolade so richtig raus.

Es gibt online wohl kaum ein Chocolate Chip Cookie-Rezept, das nicht von sich behauptet, das beste zu sein, dass die Welt je gesehen hätte. Vor einiger Zeit ging in den USA über die New York Times Cooking Section ein Rezept für „Salted Chocolate Chunk Shortbread Cookies“ viral, das in der Food-Community nur noch „THE chocolate chip cookie recipe“ genannt wird. Aber auch Deb Perelman von Smitten Kitchen macht verboten gute Cookies (die geheime Zutat, wie auch in dem viralen Shortbread-Rezept: Grobes Meersalz oben drauf).

Es hat es mich daher wenig gewundert, dass Cup of Jo dieses Rezept als all-caps, THEY WERE SO GOOD, bezeichnet hat. Kurz nachdem der Blog das Rezept veröffentlichte mehrten sich die Kommentare: Hinter diesem Rezept versteckt sich eine urbane Legende. Einige Leserinnen identifizierten das Rezept als „Neiman Marcus Cookies“, nach der Luxus-Kaufhauskette, andere Leser als „Mrs. Field’s Cookies,“ nach einer Bäckereikette, die in vielen amerikanischen Malls vertreten ist.

Die Legende geht folgendermaßen: Eine Frau isst bei Neiman Marcus (oder Mrs. Field’s) einen Cookie, der ihr so gut schmeckt, dass sie die Kellnerin nach dem Rezept fragt. Das Rezept sei nicht zu haben, sagt die Kellnerin, worauf hin ihr die Frau 2.50$ anbietet, um es käuflich zu erwerben. Als sie die Rechnung ihrer Kreditkarte bekommt, stellt sie fest, dass ihr nicht 2,50$ sondern 250$ abgebucht wurden. Sie ist so sauer, dass sie das Rezept nun in der ganzen Welt verbreitet – per Facebook, Email-Kette etc. Diese Geschichte ist so unplausibel wie falsch, wie schon Ende der 1990er Jahre im Netz klargestellt wurde. Aber sie hält sich – schließlich geht es ja um die betrogenen kleinen Leute, die sich gegen den herzlosen Kaufhausgiganten wehren.

Nichtsdestotrotz, die Cookies sind wirklich lecker, urbane Legende hin oder her. Sie erfüllen alle meine Cookie-Kriterien. 

Einige Anmerkungen zum Rezept: Ich bringe mir, wenn ich in den USA bin, immer braunen Zucker und Vanilleextrakt mit, um den originalen Geschmack zu treffen, wenn ich US-Rezepte backe (macht auch bei Brownies einen Unterschied, man kann die Zutaten auch bei großen Onlinehändlern beziehen). Vanilleextrakt kann man theoretisch sogar gut selbst herstellen (einzige Zutaten: Vodka und Vanillebohnen). Das Rezept funktioniert aber sicher auch mit deutschem braunen Zucker (dem amerikanischen wird Sirup beigesetzt, dadurch hat er eine ganz andere Konsistenz). Die Vanille würde ich durch echten Vanillezucker ersetzen – auf keinen Fall durch Vanillinzucker. Wichtig ist, wie gesagt, gute Schokolade (ich habe Lindt 70% genommen). Und: Die Cookies auf keinen Fall zu lange im Ofen lassen. Die wichtigste Lektion für gute chocolate chip cookies ist, sie rechtzeitig aus dem Ofen zu holen – hier ist weniger mehr. Nie zu lange backen!!!

Richtig gute Chocolate Chip Cookies (aka Mrs. Field’s Cookies aka Neiman Marcus Cookies)

via Cup of Jo

Für 18-24 Kekse

Zutaten:

115 g Butter

200 g weißer Zucker

200 g brauner Zucker

2 Eier

1 Teelöffel Vanilleextrakt oder 1 Packung Vanillezucker

130g Mehl

220 g Haferflocken

½ Teelöffel Salz

1 Teelöffel Backpulver

1 Teelöffel Natron

400 g dunkle Schokolade

180g Walnüsse oder Pecannüsse

  1. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  2. Die Haferflocken im Untersatz des Pürierstabs oder in der Moulinette zerkleinern, bis sie fast zu Mehl geworden sind (ein paar ganze Haferflocken sind okay). Wer keinen Pürierstab mit Untersatz hat, kann alternativ sicher zarte Haferflocken verwenden (das habe ich aber nicht ausprobiert).
  3. Ebenso die Schokolade zerkleinern. Am besten in zwei Stufen: 300 Gramm eher grob zerhacken, 100 Gramm relativ klein. Sonst alles mit einem scharfen Messer zerhacken, das geht genauso gut.
  4. Schließlich die Walnüsse grob zerhacken.
  5. In einer großen Schüssel die Butter mit dem braunen und dem weißen Zucker drei Minuten lang cremig schlagen.
  6. Die Eier und die Vanille hinzufügen.
  7. In einer kleinen Schüssel Mehl, Haferflocken, Salz, Backpulver und Natron vermischen.
  8. Die trockenen Zutaten mit der Butter-Zucker-Ei-Creme vermischen.
  9. Jetzt die Schokolade und die Walnüsse unterheben.
  10. Den Teig in Kugeln in Golfballgröße mit viel Abstand auf dem Backblech verteilen.
  11. Im vorgeheizten Ofen 10 Minuten lang backen. Nicht länger, auch wenn sie so aussehen, als seien sie noch nicht fertig!

Mir schmecken die Kekse am besten ganz frisch aus dem Ofen in einem Glas Milch. Ich fülle das Glas ungefähr ein Viertel weit voll, platziere den Cookie darin, zermatsche ihn etwas und esse die resultierende Masse dann mit einem Löffel. YUM!

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