Chunk-Work oder die Macht des freien Tages

Photo by Corinne Kutz on Unsplash

Viele Promotionsratgeber vergleichen die Doktorarbeit mit einer Pflanze, die man kontinuierlich pflegen und jeden Tag gießen soll. Würde man das nicht tun – und die Pflanze dann nach Wochen mit einer ordentlichen Portion Wasser bzw. Arbeit überschütten, verkraftet das Pflänzchen das nicht und geht ein. Es gibt dementsprechend auch viele Tipps à la „jeden Tag mindestens einmal das Diss-Dokument aufmachen“ um „am Ball zu bleiben“. Für viele ist das bestimmt der richtige Weg und gegen kontinuierliches Arbeiten habe ich auch gar keine Argumente. Trotzdem habe ich gemerkt, dass ich deutlich besser mit meiner Doktorabeit vorankomme, seitdem ich nicht mehr jeden Tag daran arbeite. Ich gebe sogar zu – ich habe regelmäßig „dissfreie Tage“ – unter der Woche!

Ich spoilere schon mal so viel: Die Methode hinter diesem ketzerischen Arbeitsrhythmus heißt Chunk-Work und sie hat meinen Arbeitsalltag revolutioniert.

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Die Liebe zur Forschung in Zeiten von Corona

Foto: Ethan Sexton via Unsplash

Angesichts der aktuellen Lage haben wir und entschieden, unseren Publikationsrythmus zu unterbrechen und ganz ungewohnt an einem Montag einen Blogpost zu schalten! Wie es in Zeiten von Corona mit Cafecumlaude weitergehen wird, lest ihr unten.

Es ist diese eine, quälende Frage, die sich vermutlich alle Promovierenden irgendwann einmal stellen: Ist meine Forschung überhaupt relevant? (Hier haben wir schon mal ein Gedanken zu dem Thema gesammelt). Angesichts der aktuellen Lage in Deutschland und Europa stellt sich diese Frage vielleicht sogar noch dringender. In Zeiten von Quarantäne, Hamsterkäufen und täglich steigenden Zahlen von Infektionen erscheint die eigene Beschäftigung mit einem Nischenthema, das bis vor einigen Wochen das gesamte Leben eingenommen hat, plötzlich profan und unwichtig (Es sei denn, man forscht zu Viruserkrankungen, den juristischen Implikationen unbestimmter Versammlungsverbote oder den Einfluss von Medienberichterstattung auf Hysterien).

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Thesis Bootcamp Review

Die Doktorandin und das leere Blatt. Stoff für einen düsteren Horrorthriller. Photo by Florian Klauer on Unsplash

Ich habe drei Wochen in einem selbst auferlegten Thesis Bootcamp verbracht, um an meiner Dissertation zu schreiben. Insgesamt war die Zeit ziemlich erfolgreich und ich möchte euch gerne an meiner Reflexion teilhaben lassen. Ich werde relativ konkret auf die Anforderungen in meinem Fachbereich und meine Situation eingehen aber das meiste lässt sich sicher generalisieren.

Auch wenn ihr in einem Fachbereich promoviert, in dem das Schreiben an der Dissertation Alltagsgeschäft ist, kann es Sinn machen sich zwischendurch ein paar Wochen zu nehmen, in denen man keine neuen Quellen sichtete und Orgakram liegen lässt, um sich dem tatsächlichen produzieren von (lesbarem) Text zu widmen. Ich weiß nicht mehr welcher Artikel auf Thesis Whisperer es war, aber irgendwo wurde das Argument gebracht, dass man seine Diss auch mal einfach als Schriftwerk mit 100 – 400 Seiten sehen soll, und Erfolg in Zeichen/Seiten misst anstatt in gefühltem Verständnis oder Impact. Seitenzahlen lassen sich nämlich nicht verhandeln (wenn das Layout einmal steht 😉 ), währen die Bewertung von Einsicht oder Impact unseren tagesaktuellen Gefühlen unterliegt.

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