Macht’s noch Spaß? Nein.

Die Promotionszeit kann richtig ätzend sein. Darüber haben wir hier schon mal geschrieben und auch in den Weiten des Internets findet man unzählige Artikel dazu. Besonders gut zum Beispiel The Valley of Shit und The Swamp of Sadness auf Thesiswhisperer. Selbst Nature und Science beschäftigen sich mit der trostlosen mentalen Situation von Doktoranden (hier und hier).

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Heiße Schokolade mit Zimt und Kardamom

Heute ist Nikolaus! Da muss es natürlich etwas Süßes geben. Dieser Nervennahrung-Post ist allerdings weniger ein Rezept als eine Inspiration: Macht euch doch mal wieder eine heiße Schokolade mit Schlagsahne. Mit echter Schokolade und Schokoraspeln oben drauf. Dazu am besten noch ein paar Kekse.

Glaubt mir, auch der schlimmste Labortag sieht damit gleich besser aus.

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Café cum laude wird ein Jahr alt!

Der heutige Beitrag ist ein ganz Besonderer. Ein Geburtstagsbeitrag! Am 30. November 2017 haben wir hier den ersten Beitrag zum Thema “Promovieren – soll ich oder soll ich nicht?” veröffentlicht. Dieser Blog ist jetzt also (quasi) ein Jahr alt. Als wir diesen Blog gegründet haben, war der schwierigste Teil einen guten Namen zu finden (Elfenbeinturm war echt lange im Rennen!).

Beim Bloggen lernt man eine ganze Menge, sei es ganz klassisch durch Recherche oder weil man seine Gedanken endlich mal zu Ende denkt. Vor allem lernt man einiges über Authentizität. Es ist natürlich der heilige Gral eines jeden Blogs, authentisch zu sein. Aber nicht nur das, es ist zentral für unsere Beziehungen, dass wir wir selbst sind, und das gilt auch für die Beziehung zu unseren Lesern. Dem gegenüber steht aber, dass das Internet ein öffentlicher Ort und nicht immer ein netter Ort ist. Wir gehören noch der Generation an, die tief verankert hat: “Poste nichts, was du nicht in der Tageszeitung lesen willst.”

Ehrlich sein bedeutet natürlich nicht, sein komplettes Innenleben darzustellen, aber es bedeutet eben doch, sich verletzlich zu machen. Gedanken und Gefühle, die in Worte gefasst nachlesbar sind, sind etwas ganz anderes als Gedanken und Gefühle, die man beim Bier in der Kneipe äußert. Sich in Textform zu positionieren und verletzlich zu machen ist eine herausfordernde, aber sehr schöne Tätigkeit. Gerade für Doktoranden steht sie im Kontrast zum akademischen Schreiben, bei dem man sich nie einfach so mit einer Idee herauswagt, sondern diese immer durch Quellen oder Daten belegt. Deshalb: Ein ganz herzliches Dankeschön an unsere Gastblogerinnen, die sich mit uns auf dieses Abenteuer eingelassen haben!

In diesem Sinne möchten wir euch ermutigen, gerade als Doktoranden immer wieder ehrlich über eure Sorgen, Ängste, Träume und Erfolge zu sprechen – ob mit euren Kommilitonen, Freunden, Geschwistern oder Eltern, oder auch in einem öffentlichen Medium. Lasst uns versuchen, im Zweifelsfall lieber ein bisschen zu offen als ein bisschen zu cool zu sein.

Danke, dass ihr uns lest!

Franziska & Ulrike

Und, was natürlich in keinem Geburtstagsbeitrag fehlen darf:

Unsere liebsten Posts:

Wissenschaftlerin und Mutter – ein Zwischenstand

Networking: The strength of weak ties

Das Home Office meistern, oder: wie ich lernte, von zu Hause aus zu arbeiten

10 Tipps gegen den Dissertation Blues

Prokrastination – 7 vielleicht hilfreiche Gedanken dazu

Reihen:

The art of Academic Writing, Teil 1, Teil 2 und Teil 3

Ich mache Tierversuche, Teil 1, Teil 2 und Teil 3

Unbedingt lesenswert sind auch unsere Gastbeiträge, die findet ihr hier.

In der Leserstatistik stehen übrigens immer wieder “Was sind Journal Impact Factor und h-Index?” und “Citavi vs. Zotero: Ein Erfahrungsbericht” hoch im Kurs. Vermutlich, weil diese beiden Themen häufig gegoogelt werden.

 

Das Archiv: Unendliche Weiten, lange Wartezeiten

Heute freue wir uns über einen Gastbeitrag von Jana Weiß! Dr. Jana Weiß promovierte 2013 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Rahmen des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ mit einer Studie zur Entwicklung der Zivilreligion an US-amerikanischen Feiertagen (Fly the Flag and Give Thanks to God. Zivilreligion an US-amerikanischen patriotischen Feiertagen, 1945-1992. Trier: Wissenschaftlicher Verlag Trier, 2015).
Wenn sie nicht gerade im Archiv sitzt, recherchiert sie in Brauereien zu ihrem laufenden Habilitationsprojekt, das sich mit der Geschichte des Lagerbieres in den USA beschäftigt. Mehr über Jana und ihre Arbeit findet ihr hier.

Drei Deadlines und viele „Cafés“ später (danke für Deine Geduld, Ulrike!) sitze ich nun zu Hause (nein, eine Historikerin ist nicht ständig im Archiv) vor dem noch leeren Word-Dokument und ertappe mich dabei, wie die Worte „Das Archiv“ in meinem Kopf den Star Trek-Vorspann inklusive Titelmusik auslösen: „Das Archiv – unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Dies sind die neuen Abenteuer der Geschichtsstudenten…“. Und dabei bin ich gar kein Star Trek-Fan. Aber ich komme vom Thema ab.

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Wissenschaftlerin und Mutter – ein Zwischenstand

Das ist – zum Glück – (noch) nicht mein Kind. Bild: mytoenailcameoff (Flickr)

Seit Juni dieses Jahres bin ich Mutter – und seit August dieses Jahres bin ich Wissenschaftlerin und Mutter. (Wissenschaftlerin war ich vorher natürlich auch schon, aber ich hatte zwei Monate nach der Geburt Mutterschutz. Gerade kümmert sich hauptsächlich  mein Mann um die Kinderbetreuung). Ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, inwiefern mich das Muttersein verändert hat. Unser ganzes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Diese Veränderung durchdringt jeden Lebensbereich und ich habe mich gefragt, inwiefern es nicht nur die Art, wie ich arbeite, sondern auch gewissermaßen meine Identität als Wissenschaftlerin verändert hat. Continue reading “Wissenschaftlerin und Mutter – ein Zwischenstand”

Dress to impress – was ziehe ich zum Vortrag an?

[In eigener Sache:] Café cum laude findet ihr auch bei Facebook und Instagram (@cafecumlaude_blog). Dort werdet ihr auch jeden Donnerstag an den neuen Beitrag erinnert!

[Disclaimer:] Es geht in diesem Beitrag um Klamotten. Mein Ton mag hin- und wieder ins Flapsige abdriften. Das scheint mir hier vertretbar.

Heute soll es darum gehen, was man auf einer Konferenz – insbesondere wenn man selbst vorträgt, so anziehen sollte. Featuring superprofessionelle Modeblogger Fotos, die Ulrike und ich auf meinem Balkon gemacht haben (die findet ihr ganz unten).

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Nervennahrung: Frühstückskekse

Fröhlichen Feiertag! (Darf man das an Allerheiligen sagen? Ich bin evangelisch…)

Hoffentlich nutzt ihr die Zeit zum Entspannen, der Computer bleibt zu und die Bücher im Regal! Für alle, die Lust haben, den grauen Novembertag mit Backen zu verbringen, gibt es heute mal wieder ein Nervennahrung-Rezept. Wie immer gehaltvoll, gesund und super zum Einfrieren und Mitnehmen! Seit ich das Rezept vor einigen Wochen entdeckt habe, habe ich es schon mindestens vier Mal gemacht. Die Kekse kann man gut zum Frühstück unterwegs (wenn es mal schnell gehen muss) oder als Nachmittagsration, wenn das Abendessen noch so weit weg ist, zwischenschieben.

Und sie sind ziemlich gesund! Kein Zucker? Check! Eisen für müde Gehirne? Check! Eiweiß und Ballaststoffe? Check! Und das, ohne mit dem Blutzuckerspiegel zu spielen.

Die Kekse sind übrigens auch für Veganer geeignet, da sie ohne Eier und Butter auskommen.

Das Rezept kommt ursprünglich vom Blog  101 Cookbooks, ich habe es leicht abgewandelt.

Frühstückskekse/Healthy Cookies

 Zeit: Ca. 15 Minuten

Ergibt 12 Kekse

  • 4 kleine, sehr reife Bananen oder 3 große Bananen
  • 60 ml Olivenöl oder leicht erwärmtes Kokosöl (Olivenöl ist billiger und geht genauso gut)
  • 180 g kernige Haferflocken
  • 60 g geriebene Mandeln
  • 40 g Kokosflocken
  • ½ Teelöffel Zimt
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 180 g Zartbitterschokolade, klein gehobelt
  • optional: 50 g Goji-Beeren oder Rosinen
  1. Ofen auf 180 Grad vorheizen, Backblech mit Papier auslegen.
  2. Die Bananen mit einer Gabel in einer mittelgroßen Schüssel zermatschen.
  3. Alle anderen Zutaten hinzufügen und alles gut vermengen.
  4. Je nach Geschmack kleine oder mittelgroße Kekskugeln formen und platt drücken.

So einfach und so lecker! Guten Appetit!

Keine Experimente!

Zehn todsichere Schritte sozialwissenschaftliche Experimente in den Sand zu setzen

Heute ist unsere Gastbloggerin aus England zurück: Christine Stedtnitz schreibt darüber, wie sozialwissenschaftliche Experimente garantiert nicht gelingen. 

Mehr über Christine und ihr Promotionsprojekt in Politikwissenschaft an der University of Essex erfahrt ihr auf ihrer Website und bei LinkedIn.

Nach dem Motto des besten Teeniefilms der 2000er und des besten Brexit-Plans des letzten britischen Außenministers heute ein 10-Punkte-Plan für sozialwissenschaftliche Experimente.

Experimente in den Sozialwissenschaften, das geht so: Du hast einen Raum voller Computer. Je mehr Geld, desto mehr Computer. Unseren Raum nennen wir Labor, oder, auf Englisch, ‘lab’, denn das klingt so wissenschaftlich. Nun brauchen wir noch Leute. Erstens Leute um die Experimente zu leiten und zweitens Leute um an den Experimenten teilzunehmen. Für beides sind Studis hervorragend geeignet. Am besten Bachelorstudis, je pleite desto besser. Hiwis heißen Studis herzlich Willkommen, erzählen ihnen, wo sie sich hinsetzen dürfen, wie das Spiel läuft und zahlen ihnen am Ende ihren gerechten Lohn von 8 Pfund pro Stunde. In Essex braucht es für diesen hochqualifizierten Job einen Doktoranden. Mindestens. Zum Beispiel mich. Nachdem ich in diesem Sommer zum ersten Mal meine eigenen Experimente geleitet habe, gebe ich hiermit meine erfolgreich getesteten Tipps und Tricks an die nächste Generation weiter.

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Forschungsförderung in Deutschland: Exzellenzcluster

 

Die ab 2019 geförderten Exzellenzcluster. Grafik: DFG

Am Donnerstag vor drei Wochen saß ich mit meinem Bruder im Auto als das Radio verkündete, dass an der Universität Münster für die nächsten sieben Jahre zwei Exzellenzcluster gefördert werden: Das Cluster Religion und Politik und das Cluster Mathematik Münster.

Ich so zu meinem Bruder: „Oh, unser Exzellenzcluster [1] wurde also abgeschafft.“ „Ist das schlimm?“ „Keine Ahnung.“. Was sind eigentlich diese Exzellenzcluster? Dieser Beitrag ist der erste in einer losen Reihe zu verschiedenen Formaten der Forschungsförderung in Deutschland und es geht um die Exzellenzinitiative, die inzwischen Exzellenzstrategie heißt.

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Oh, Schreck, die Disputatio! Kann eine Verteidigung Spaß machen?

Lass die Korken knallen! Du hast es verdient.

Es ist schon gemein: Man hat Jahre seines Lebens in die Doktorarbeit gesteckt, hat Wochen damit verbracht, jeden Kommafehler auch in Fußnote 1123 zu finden, man kann ganze Textpassagen im Schlaf rezitieren. Dann ist die Arbeit endlich abgegeben und ehrlich gesagt,  man will sie nie mehr wieder sehen. Dann hört man erst einmal lange nichts – und das ist auch gut so, denn man will das Ding nie wiedersehen. Je nach Prüfungsordnung und Praxis am Lehrstuhl bekommt man nach einigen Monaten die Note mitgeteilt, hat vielleicht sogar Einsicht in die Gutachten. Und egal, wie gut die Gutachten sind und wie gut die Note ist, man ärgert sich (und wenn ich „man“ sage, meine ich natürlich „ich“) – was der Gutachter bemängelt, hatte ich doch extra in einer Fußnote erklärt, außerdem hat er xyz völlig falsch verstanden, und hat er die Arbeit überhaupt ganz gelesen?

Und dann kommt der Tag, an dem ich mich dem Ganzen noch einmal aussetzen muss, an dem ich die Arbeit aus der Schublade, wo sie sich doch so wohl gefühlt  hat, wieder herausholen muss. Urgh! Und dafür werde ich auch noch benotet!

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