Wie feiert man eigentlich seine Erfolge?

Photo by Analise Benevides on Unsplash.

Vor ein paar Wochen an einem Donnerstag habe ich meine Dissertation abgegeben. Vier Tage später, am Montagabend, wurde mir plötzlich klar, dass ich meinen besten Freunden noch nicht davon erzählt hatte. Ich hatte am Donnerstag eine Nachricht an meinen Mann und meine Eltern geschickt und das war das. Alle weiteren Personen, denen ich davon erzählt hatte, hatte ich sowieso getroffen und wahrheitsgemäß auf „Was gibt’s bei dir so?“ geantwortet. Ist das nicht schockierend? Ich habe mich dann gefragt, ob es nun meine persönliche Schwäche ist, dass ich Erfolge nicht so leicht genießen kann oder ob das ein typisches Problem ist. Ich hatte zwar keine Zeit für eine repräsentative Umfrage, aber da ich davon ausgehe, dass der eine oder die andere ähnlich tickt, habe ich zumindest diesen Post geschrieben.

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Welche Zeitmanagement-Apps brauche ich für meine Promotion?

Ein Erfahrungsbericht und eine Ode an todoist.

Konzentriertes Arbeiten ist eine Kunst – und, wie letzte Woche festgestellt, eine lukrative! Um die Kunst zu meistern bietet das Internet mehr Apps als du je ausprobieren kannst. Also machen es dir einfach und rezensieren die beste.

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Konzentriert Arbeiten

Eine Buchrezension von Cal Newport’s 2017 auf Deutsch im Redline Verlag (München) erschienenen Buchs: Konzentriert Arbeiten. Regeln für eine Welt voller Ablenkungen.

Woody Allen hat in den 44 Jahren zwischen 1969 und 2013 44 Filme gemacht und 23 Academy Awards bekommen. Allen besitzt keinen Computer. Seine Drehbücher hat er auf einer alten deutschen Schreibmaschine geschrieben. Peter Higgs war so abgehängt, dass er 2013 erst durch Glückwünsche einer Nachbarin erfuhr dass er den Nobelpreis für Physik gewonnen hatte. Bill Gates funktionierte jedes Jahr zwei Wochen in „Think Weeks“ um, die er  denkend in einem kleinen Häuschen an einem See verbrachte.

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10 Tipps für deine Forschungsreise

Photo by Andrew Neel on Unsplash

Ich habe Anfang 2019 eine dreimonatige Forschungsreise in Bogotá, Kolumbien verbracht und vorher im Internet nach Tipps, Tricks und sogenannten „Lifehacks“ zur Vorbereitung gesucht. Ich bin nicht wirklich fündig geworden – was mich sehr gewundert hat, da ja alle Doktorandenprogramme immer von der Internationalisierung sprechen.

Für alle, die ebenfalls eine Forschungsreise planen, will ich diese „Informationslücke“ schließen und meine Erfahrungen teilen. Forschungsreisen können ganz unterschiedlichen Zwecken dienen: manche sichten Archivmaterial, andere interviewen Experten oder führen eine teilnehmende Beobachtung durch, wieder andere wollen sich an einem Projekt beteiligen oder den Supercomputer nutzen. Dementsprechend müssen die Aufenthalte ganz unterschiedlich vorbereitet werden. Trotzdem habe ich ein paar Tipps und Erfahrungen zusammengetragen, die für die Planung jeder Forschungsreise sinnvoll sein könnten.

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Thesis Bootcamp Review

Die Doktorandin und das leere Blatt. Stoff für einen düsteren Horrorthriller. Photo by Florian Klauer on Unsplash

Ich habe drei Wochen in einem selbst auferlegten Thesis Bootcamp verbracht, um an meiner Dissertation zu schreiben. Insgesamt war die Zeit ziemlich erfolgreich und ich möchte euch gerne an meiner Reflexion teilhaben lassen. Ich werde relativ konkret auf die Anforderungen in meinem Fachbereich und meine Situation eingehen aber das meiste lässt sich sicher generalisieren.

Auch wenn ihr in einem Fachbereich promoviert, in dem das Schreiben an der Dissertation Alltagsgeschäft ist, kann es Sinn machen sich zwischendurch ein paar Wochen zu nehmen, in denen man keine neuen Quellen sichtete und Orgakram liegen lässt, um sich dem tatsächlichen produzieren von (lesbarem) Text zu widmen. Ich weiß nicht mehr welcher Artikel auf Thesis Whisperer es war, aber irgendwo wurde das Argument gebracht, dass man seine Diss auch mal einfach als Schriftwerk mit 100 – 400 Seiten sehen soll, und Erfolg in Zeichen/Seiten misst anstatt in gefühltem Verständnis oder Impact. Seitenzahlen lassen sich nämlich nicht verhandeln (wenn das Layout einmal steht 😉 ), währen die Bewertung von Einsicht oder Impact unseren tagesaktuellen Gefühlen unterliegt.

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Während der Promotion bloggen: Soll ich? Soll ich nicht?

Photo by Tim Gouw on Unsplash

Im November wird Café cum laude zwei Jahre alt und ich glaube, ich habe wenig erreicht in den letzten Jahren auf das ich so stolz bin wie die Tatsache, dass wir diesen Blog ins Leben gerufen und in guten wie in schlechten Zeiten gehegt und gepflegt haben. Ich habe beim Bloggen unglaublich viel gelernt (dazu unten mehr) und habe über den Blog auch den Einstieg ins außeruniversitäre Berufsleben geschafft (auch dazu unten mehr). 

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Die Doktorarbeit als 40-Stunden-Woche

Wir haben es ja schon anklingen lassen: Es gibt Neuigkeiten im Café cum laude! Ab sofort ist Franziska Englert mit im Boot der regelmäßigen Autorinnen. Franziska E. promoviert seit April 2018 in Köln im Fach Regionalstudien Lateinamerika über Versöhnungstelenovelas. Ihr Doktorandenalltag pendelt zwischen zwei Extremen: Telenovelas-Schauen und der Versuch, diese Telenovelas mit juristischen Konzepten und dem kolumbianischen Friedensprozess zu verbinden. Abseits von der Diss schlägt ihr Herz für Kochen (und Backen und Fermentieren), Sport, Flohmärkte und Kino. Wir freuen uns sehr, dass Franziska mit im Team ist und freuen uns, bald noch mehr von ihr zu lesen!

Ich finanziere meine Diss über ein Vollzeitstipendium. Das bedeutet, ich habe keinen Nebenjob in der Gastro, und auch keine Verwaltungsaufgaben am Lehrstuhl, keine Lehrveranstaltungen zu planen oder zu halten und keine Klausuren zu korrigieren – ich habe (im Prinzip) den lieben langen Tag Zeit für die Diss.

Was für manche wie ein Traum klingt, kann sich schnell zum Albtraum entwickeln.

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Wie schreibe ich ein gutes Résumé für eine Postdoc Stelle in den USA?

Ein Gebäude der University of Michigan. Ok, die law school. Der Rest ist aber auch ganz hübsch.

Willkommen zurück aus der Sommerpause! Wir freuen uns wieder da zu sein! Es gibt auch Neuigkeiten, dazu aber mehr in zwei Wochen (Zur Erinnerung, ab jetzt machen wir im zweiwöchigen Rhythmus weiter).  Ich hoffe ihr habt die letzten Wochen trotz Hitzewelle genossen und seid voller Vorfreude auf das neue akademische Jahr 😉

Ich habe die letzten Wochen in einem selbstauferlegten Thesis Bootcamp verbracht und es war … okay. Nebenbei habe ich mich auch mit der Frage beschäftigt, wie es für mich nach der Promotion weiter gehen soll. Da mein Verlobter (läuft mit der Fernbeziehung, Tipps siehe hier) immer noch in Detroit wohnt, war eine Postdoc Stelle an der University of Michigan eine naheliegende Option. Ich habe in den letzten Monaten jeden, der mir kompetent erschien, nach Tipps für einen amerikanischen Lebenslauf gefragt und diese Tipps und meine Erfahrungen möchte ich heute mit euch teilen.

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Abschalten! Sommerpause & Zukunftsgedanken

Foto von Vicko Mozara auf Unsplash

Liebe Leserinnen und Leser, zunächst die harten Fakten. Vom 11. Juli bis 1. August machen wir Sommerpause. Den nächsten Post dürft ihr hier am 8. August erwarten. Nach der Sommerpause werden wir in einen zweiwöchentlichen Publikationsrhythmus übergehen.

Verabschieden möchten wir euch mit ein paar Gedanken zum Thema abschalten. Oder besser zur Ruhe kommen, schließlich sind wir keine elektrischen Geräte – auch wenn man sich manchmal sehr mit seinem Smartphone identifiziert. Für viele von uns ist der Sommer ja genau das Gegenteil von Erholung: Befreit von der Last der Lehre oder der Pflichtpräsenz im Labor, können wir uns endlich ununterbrochen der eigenen Arbeit widmen. Umso wichtiger finde ich es, kleine Auszeiten im Alltag zu schaffen!

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Lieblinge, 5

Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Lieblinge. Ich schreibe diesen Blogpost gerade ganz klischeemäßig im Starbucks in Münster. Das liegt nicht daran, dass ich so gerne Iced Vanilla Lattes trinke (obwohl das eines meiner guilty pleasures ist), sondern daran, dass es so unglaublich heiß ist.

Daher steigen wir aus gegebenem Anlass gleich ein mit zwei Tipps gegen die Hitze. Erstens parkt euer Fahrrad nicht in der Sonne. Insbesondere nicht, wenn es einen schwarzen Sattel hat. Zweitens, wie ihr sicher wisst kühlt kaltes Wasser ganz gut. Mutige füllen einfach den Büromülleimer mit kaltem Wasser und stecken ihre Füße hinein. Wem das zu auffällig ist, ein Taschentuch kalt befeuchten und in den Nacken legen hilft auch ganz gut und ist ziemlich unauffällig.

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