Wie ist es eigentlich… in Schweden zu promovieren?

Forschung ist heute international und deshalb ist es inzwischen keine Seltenheit mehr, einen Teil oder sogar die ganze Promotion im Ausland zu verbringen. Wir freuen uns sehr, heute einen Gastbeitrag in unserer Serie “The International PhD” über das Promovieren in Schweden mit euch teilen zu können! Gastautorin Lea Eldstål-Ahrens promoviert seit September 2019 in den Bildungswissenschaften an der Göteborger Universität in Schweden. In ihrer Forschung untersucht sie, wie Grundschulkinder zu demokratischen Konzepten wie Gleichheit, Macht und Repräsentation in Gruppendiskussionen argumentieren. In diesem Blogeintrag konzentriert sich Lea auf die Forschungsausbildung der Göteborger Universität.

Lea Eldstål-Ahrens in der Göteborger Innenstadt

Die letzten Prüfungen sind bestanden, „Midsommar“ ist gefeiert und der Urlaub ruft: Mein erstes Studienjahr als Doktorandin an der Göteborger Universität liegt so gut wie hinter mir – Zeit für einen Zwischenbericht. Den Begriff Studienjahr benutze ich deshalb, weil die Promotion hier tatsächlich viel mehr einem (dritten) Studium gleicht als ich es in Deutschland erfahren habe. Diesen Vergleich kann ich machen, da ich in Deutschland vor 4 Jahren meinen ersten Promotionsversuch gestartet habe. Aufgrund meines Umzug nach Schweden habe ich diesen nach etwa eineinhalb Jahren beendet und könnte aus jetziger Perspektive über diese Entscheidung nicht glücklicher sein.

Die Bewerbung

Eine Anstellung als Doktorandin an der Göteborger Universität zu bekommen war nicht leicht, die Konkurrenz ist groß und die Prozesse sind langwierig. Das liegt unter anderem daran, dass Transparenz und Chancengleichheit großgeschrieben werden und weitestgehend unabhängige Komitees gegründet werden, um die Bewerbungsunterlagen zu beurteilen. Diese bestehen aus einem Paper über das Forschungsvorhaben (rund 3-5 Seiten) und der Master- oder Magisterarbeit. Das Material zu sichten dauert für die Gutachter*innen lange und bedeutet für die Bewerbenden vor allem eins: Geduld!

Die Arbeitsbedingungen

Als Doktorand*in angenommen zu werden heißt in den meisten Fällen auch eine Stelle als ebensolche*r angeboten zu bekommen. Das Gehalt bei einer 100% Stelle ist zwar geringer als das einer Grundschullehrerin (als welche ich ursprünglich ausgebildet bin), aber mit etwa 1900€ Netto lässt es sich selbst im teuren Schweden ganz gut leben.

Leben alle in kleinen roten Häusern? Leider nein, vor allem nicht in den größeren Städten. Meine Faszination für Schwedenhäuser wird aber vermutlich vorerst nicht nachlassen… (eigenes Foto)

Die weiteren Arbeitsbedingungen umfassen (in den meisten Fällen): Renten-, Gesundheits- und Arbeitslosenversicherung; einen Arbeitsplatz in einem Büro, dass man sich oft mit anderen teilt; Zugang zu privaten Gesundheitsservices wie Kurzzeit-Psychotherapie oder Zuschüssen zu Fitnessstudios, Massagen o.Ä. und jährliche Mitarbeiter*innengespräche zwecks Kompetenzentwicklung. Nichtsdestotrotz haben Doktorand*innen eine besondere Stellung, die sowohl die Rolle als Angestellte als auch die Rolle als Studierende umfasst und zwischen denen es zu balancieren lernen gilt. Alle Doktorand*innen haben eine*n Hauptbetreuer*in und eine*n Zweitbetreuer*in. Das schwedische Wort für Betreuer*in ist übrigens „Handledare“ (wörtlich Handleitende) und die Metapher gefällt mir überaus gut.

In der schwedischen Gesellschaft wird jede*r (außer Mitglieder des Königshauses) mit „du“ und Vornamen angeredet. Dies hängt unter anderem mit den sagenumwobenen flachen Hierarchien zusammen, und spielt auch in der Kommunikation eine große Rolle. In unserer Forschungsgruppe habe ich beispielsweise nie das Gefühl, aufgrund von Hierarchien etwas nicht sagen zu dürfen, beziehungsweise besonders vorsichtig formulieren zu müssen. Im Vergleich zu meinen Erfahrungen aus Deutschland ist das eine willkommene Änderung.

Das Arbeitsverhältnis ist auf 4 Jahre angelegt und kann durch Lehre, Aufträge in Arbeitsgruppen oder Bewerbungskomitees und Repräsentation in hochschulpolitischen Organen auf 5 Jahre verlängert werden.

Das Promotionsstudium

240 Leistungspunkte müssen laut Prüfungsordnung innerhalb von vier Jahren für das Fach Pädagogik absolviert werden – 85 in Form von Seminaren und 155 in Form der Dissertation. Zusätzliche Möglichkeiten, Leistungspunkte zu erwerben, sind die Teilnahme an Konferenzen oder die Bewertung anderer Forschungsarbeiten in Peer-Review-Verfahren. Alle Seminare, die ich bisher belegt habe, hatten Prüfungsformen, die mir in meiner Arbeit an der Dissertation geholfen haben.

Die Bibliothek der Fakultät der Bildungswissenschaften an der Göteborger Universität (Foto Navid Mousavi, instagram user handle: navmou, Erlaubnis zur Nutzung eingeholt)

Zwei Beispiele: In einem Seminar, das sich mit Lerntheorien auseinandergesetzt hat, sollten wir ein Paper schreiben, in dem wir uns mit der Frage beschäftigen, wie unterschiedliche Lerntheorien unsere individuelle Forschungsfrage, das Forschungsdesign und die Analyse der generierten Daten beeinflussen würden. In einem anderen Seminar zum Thema Qualitative Methoden der Bildungsforschung wählte die Seminarleitung einen Extended Abstract als Prüfungsform samt Peer-Feedback der anderen Studierenden.

Im Allgemeinen steht das Schreiben direkt zu Beginn auf dem Programm. Ich kann selbstverständlich nicht für alle Promotionsstudierenden sprechen, aber mein Hauptbetreuer und mein Zweitbetreuerin und ich haben früh vereinbart, dass die meisten Meetings – die übrigens, je nach Arbeitsstand, alle 2-4 Wochen stattfinden – einen Text als Diskussionsgrundlage haben sollen. Dadurch habe ich die Angst vorm Schreiben, von der viele meiner Peers berichten, ziemlich schnell abgelegt und betrachte es jetzt als Entwicklungschance und Texte als „work in progress“.

Alle PhD Studierenden haben einen individuellen Studienplan, in dem festgehalten wird, wie und wann die Lernziele des Doktorsexamens erreicht werden sollen. Dies geschieht durch die Teilnahme an Seminaren, Konferenzen, Tagungen, Forschungsgruppen und das Schreiben der Dissertation.

Die Zwischenschritte auf dem Weg

Es kann selbstständig entschieden werden, ob die Dissertation als Monografie oder über mehrere Publikationen kumulativ verfasst werden soll. Bei dieser Entscheidung sollte selbstverständlich das Thema und Forschungsdesign beachtet werden. Ebenso steht es der individuellen Person offen, ob auf Englisch oder Schwedisch geschrieben wird. Englisch ist dabei die bevorzugte Sprache und wird in neun von zehn Dissertationen angewendet. In Absprache mit meinen betreuenden Personen habe ich mir für eine kumulative Dissertation in Form von 3-4 Artikeln und für Englisch als Arbeits- und Publikationssprache entschieden.

Der erste, größere Zwischenschritt auf dem Weg zur Promotion ist das sogenannte Planungsseminar, welches als eine Art Mini-Verteidigung verstanden werden kann. Die Grundlage hierfür stellt ein Text dar, indem das Problem umrissen wird, ein Überblick über den Forschungsstand gegeben wird, die geplanten Methoden und möglichen Ansätze zur Analyse dargelegt, sowie forschungsethische Aspekte diskutiert werden. Dieser Text wird dann von eine*m Diskutant*in (ein*e interne*r oder externe*r Professor*in mit notwendigem Fachwissen) zusammengefasst und anschließend mit der*m PhD Student*in diskutiert. Der Fokus liegt dabei auf den nächsten, konkreten Schritten zur Weiterarbeit. Anschließend haben die Seminarleitung und alle weiteren Teilnehmenden die Chance, Fragen zu stellen oder weitere Anmerkungen zu machen.

Nach etwa der Hälfte der Ausbildungszeit findet das Halbzeit-Seminar statt, das genauso abläuft wie das Planungsseminar. Der Fokus liegt hierbei auf den ersten Ergebnissen der Forschung und wie die Datenanalyse weitergeführt werden kann. Das Schlussseminar, welches bei etwa 90 % der Ausbildungszeit oder 3 Monate vor dem Ende dieser stattfindet, soll zur Überprüfung dienen, ob die Dissertation innerhalb von drei Monaten abgeschlossen werden kann. Die Seminare sind gleichermaßen Prüfungsmomente und Möglichkeiten zur Qualitätssicherung der wissenschaftlichen Arbeit in der Forschungsausbildung.

Die Verteidigung

Die fertige Dissertation – gedruckt und publiziert durch die Universität – wird spätestens drei Wochen vor der Verteidigung „genagelt“. Das bedeutet, dass ein Exemplar im Hauptgebäude der Göteborger Universität an eine Wand genagelt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Dies ist eine alte Tradition, die beibehalten wurde, auch wenn die eigentliche Distribution mittlerweile online stattfindet.

Bei der Verteidigung ist ein*e Opponent*in von einer anderen Universität dafür zuständig, zu überprüfen, ob mit der Dissertation die Lernziele der Forschungsausbildung erreicht wurden und ob die Arbeit den wissenschaftlichen Ansprüchen der research community genügen. Nachdem der*die Opponent*in die Arbeit in 30-45 Minuten zusammengefasst hat, wird die Arbeit im Detail diskutiert. Anschließend haben die weiteren Mitglieder des Bewertungskomitees (die Betreuer*innen sind kein Teil hiervon!) und die Öffentlichkeit die Gelegenheit, Fragen zu stellen. In Schweden kann eine Dissertation im Übrigen nur bestanden oder nicht bestanden werden – weitere Abstufungen in der Bewertung gibt es nicht.

Traditionelle Prinzessinnentorte nach der Verteidigung (eigenes Foto)

Eine Alternative zu diesem Prozedere habe ich an der technischen Hochschule in Göteborg (Chalmers), an der mein Partner im Fach Computer Engineering promoviert, kennenglernt. Als Halbzeit-Seminar haben die Promovierenden ein sogenanntes Licentiate Seminar, welches Feedback zur bisherigen Arbeit liefert und ihnen gleichzeitig den akademischen Titel „Licentiate of Engineering“ verleiht. Die Verteidigung am Ende der Forschungsausbildung wird durch einen allgemeinen Überblick über das Forschungsfeld durch den*die Opponent*in eingeleitet. Anschließend präsentiert der*die Promovend*in die Arbeit. Der Rest der Verteidigung verläuft wie oben beschrieben.

Die Schritte nach der Verteidigung

Wenn nach der erfolgreichen Verteidigung eine akademische Karriere angestrebt wird, sollte – je nach Fach – ein PostDoc an einer anderen Universität durchgeführt werden. Im Gegensatz zum deutschen Berufssystem, ist die Karriereleiter an schwedischen Universitäten nuancierter: Adjunkt*in (benötigt keinen PhD) – Lektor*in – Dozent*in – Professor*in. Die jeweiligen Beförderungen setzen die Teilnahme an Fortbildungsseminaren (wie „Hochschulpädagogik“), gewisse Anzahlen an Publikationen, die Einwerbung von research grants und die Betreuung von PhD Studierenden voraus.

Getreu dem Jantelagen – eine inoffizielle Verhaltensregel (oder -gesetz), die eine gewisse Bescheidenheit und Zurückhaltung, was persönliche Erfolge betrifft, abverlangt – werden Doktortitel gesamtgesellschaftlich eher heruntergespielt. Der Einfluss eines Doktortitels im freien Markt wird von vielen Studierenden eher pessimistisch eingeschätzt und hängt stark vom Fachgebiet ab.

Abschließende Worte

Meine bisherigen Erfahrungen der Forschungsausbildung in Schweden sind durchaus positiv und ich bin froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Ich genieße alle Vorteile, die schwedischen Angestellten zu Gute kommen und darf gleichzeitig meine Bildung erweitern und vertiefen. Bald steht meine Datengenerierungsphase an – endlich! – und ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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Viele Promotionsratgeber vergleichen die Doktorarbeit mit einer Pflanze, die man kontinuierlich pflegen und jeden Tag gießen soll. Würde man das nicht tun – und die Pflanze dann nach Wochen mit einer ordentlichen Portion Wasser bzw. Arbeit überschütten, verkraftet das Pflänzchen das nicht und geht ein. Es gibt dementsprechend auch viele Tipps à la „jeden Tag mindestens einmal das Diss-Dokument aufmachen“ um „am Ball zu bleiben“. Für viele ist das bestimmt der richtige Weg und gegen kontinuierliches Arbeiten habe ich auch gar keine Argumente. Trotzdem habe ich gemerkt, dass ich deutlich besser mit meiner Doktorabeit vorankomme, seitdem ich nicht mehr jeden Tag daran arbeite. Ich gebe sogar zu – ich habe regelmäßig „dissfreie Tage“ – unter der Woche!

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Ich finanziere meine Diss über ein Vollzeitstipendium. Das bedeutet, ich habe keinen Nebenjob in der Gastro, und auch keine Verwaltungsaufgaben am Lehrstuhl, keine Lehrveranstaltungen zu planen oder zu halten und keine Klausuren zu korrigieren – ich habe (im Prinzip) den lieben langen Tag Zeit für die Diss.

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Alessa Hillbrink lehrt und forscht am Zentrum für Hochschullehre der WWU Münster

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