Die Doktorarbeit als 40-Stunden-Woche

Wir haben es ja schon anklingen lassen: Es gibt Neuigkeiten im Café cum laude! Ab sofort ist Franziska Englert mit im Boot der regelmäßigen Autorinnen. Franziska E. promoviert seit April 2018 in Köln im Fach Regionalstudien Lateinamerika über Versöhnungstelenovelas. Ihr Doktorandenalltag pendelt zwischen zwei Extremen: Telenovelas-Schauen und der Versuch, diese Telenovelas mit juristischen Konzepten und dem kolumbianischen Friedensprozess zu verbinden. Abseits von der Diss schlägt ihr Herz für Kochen (und Backen und Fermentieren), Sport, Flohmärkte und Kino. Wir freuen uns sehr, dass Franziska mit im Team ist und freuen uns, bald noch mehr von ihr zu lesen!

Ich finanziere meine Diss über ein Vollzeitstipendium. Das bedeutet, ich habe keinen Nebenjob in der Gastro, und auch keine Verwaltungsaufgaben am Lehrstuhl, keine Lehrveranstaltungen zu planen oder zu halten und keine Klausuren zu korrigieren – ich habe (im Prinzip) den lieben langen Tag Zeit für die Diss.

Was für manche wie ein Traum klingt, kann sich schnell zum Albtraum entwickeln.

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Depression während der Doktorarbeit: Ein Erfahrungsbericht

Bild: Pixabay

Das Thema Depression während der Doktorarbeit eignet sich wenig für Smalltalk in der Kaffeepause oder den Doktorandenstammtisch. Und dennoch ist es eines, das viele von uns betrifft – so viele, dass viele von euch unseren Blog gefunden haben, weil sie diese Stichworte bei Google eingegeben haben. Wir konnten aus eigener Erfahrung bislang nur über Gefühle des Deprimiertseins während der Promotion sprechen. Heute teilen wir den Erfahrungsbericht einer Freundin, die während ihrer Promotion in England persönlich von einer Depression betroffen war. Aus verständlichen Gründen tun wir dies in anonymer Form. Wir sind sehr dankbar für diesen offenen und ehrlichen Bericht.

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Wissenschaftlerin und Mutter – ein Zwischenstand

Das ist – zum Glück – (noch) nicht mein Kind. Bild: mytoenailcameoff (Flickr)

Seit Juni dieses Jahres bin ich Mutter – und seit August dieses Jahres bin ich Wissenschaftlerin und Mutter. (Wissenschaftlerin war ich vorher natürlich auch schon, aber ich hatte zwei Monate nach der Geburt Mutterschutz. Gerade kümmert sich hauptsächlich  mein Mann um die Kinderbetreuung). Ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, inwiefern mich das Muttersein verändert hat. Unser ganzes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Diese Veränderung durchdringt jeden Lebensbereich und ich habe mich gefragt, inwiefern es nicht nur die Art, wie ich arbeite, sondern auch gewissermaßen meine Identität als Wissenschaftlerin verändert hat. Continue reading “Wissenschaftlerin und Mutter – ein Zwischenstand”