10 Tipps für deine Forschungsreise

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Ich habe Anfang 2019 eine dreimonatige Forschungsreise in Bogotá, Kolumbien verbracht und vorher im Internet nach Tipps, Tricks und sogenannten „Lifehacks“ zur Vorbereitung gesucht. Ich bin nicht wirklich fündig geworden – was mich sehr gewundert hat, da ja alle Doktorandenprogramme immer von der Internationalisierung sprechen.

Für alle, die ebenfalls eine Forschungsreise planen, will ich diese „Informationslücke“ schließen und meine Erfahrungen teilen. Forschungsreisen können ganz unterschiedlichen Zwecken dienen: manche sichten Archivmaterial, andere interviewen Experten oder führen eine teilnehmende Beobachtung durch, wieder andere wollen sich an einem Projekt beteiligen oder den Supercomputer nutzen. Dementsprechend müssen die Aufenthalte ganz unterschiedlich vorbereitet werden. Trotzdem habe ich ein paar Tipps und Erfahrungen zusammengetragen, die für die Planung jeder Forschungsreise sinnvoll sein könnten.

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Wie veröffentliche ich meine Dissertation in den USA?

Ich habe zu einem Thema in der amerikanischen Geschichte promoviert, das bei den meisten Deutschen eher Kopfkratzen auslöst (Amerikaner finden es hingegen meistens sehr interessant). Schon relativ zu Beginn meiner Promotion war mir daher klar, dass ich versuchen wollte, das Buch auf dem amerikanischen Markt zu veröffentlichen. Mein innerer Nerd fand die Aussicht, eines Tages ein “richtiges” Buch mit meinem Namen drauf im Schrank stehen zu haben, extrem motivierend (deutsche wissenschaftliche Bücher sehen meiner subjektiven Meinung nach häufig todlangweilig aus und zählen daher nicht als “richtige” Bücher).

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Was ist der College Admissions Scandal?


Habt ihr es schon mitbekommen? Der Betrugsskandal um amerikanische Elite-Unis kriegt seine eigene Fernsehserie! Den meisten deutschen Medien war der Skandal eine Notiz in der Leute-Spalte wert. Immerhin ist unter anderem die Desparate Houswives-Schauspielerin Felicity Huffman angeklagt. Huffman habe, so der Vorwurf, ihrer ältesten Tochter durch die Zahlung von 15.000 US-Dollar zu einem besseren Ergebnis beim Aufnahmetest für amerikanische Colleges (den SATs) verholfen. Huffman ist nur eine von insgesamt fünfzig Angeklagten, die insgesamt mehrere Millionen Dollar Bestechungsgeldergezahlt haben sollen, um Testergebnisse zu manipulieren und Sporttrainer zu bestechen, um ein gutes Wort für die Bewerber einzulegen. 

Was hat es mit dem College Admissions Scandal auf sich? 

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Konferenzen – the travel edition

Das Doktorandenleben ist ja bekanntlich nicht gerade glamourös: dunkle Labore im Keller oder triste Lesesäle, verstaubte akademische Strukturen und immer noch der leidige Studenten-Lifestyle.

Aber es gibt einige Ausnahmen, vor allem Konferenzen. Endlich kann man bei der Familienfeier/ beim Frisör/ in der Kneipe von seinem trendigen Jetsetter Leben erzählen.

Das Konferenzzentrum in San Sebastian.

Je nach Disziplin und Arbeitsgruppe können die Konferenzziele und das Reisebudget natürlich erheblich schwanken aber viele von uns haben doch während ihrer Promotion die Gelegenheit zu tollen Reisen. Dazu gibt es heute ein paar Tipps, die sich mit dem Drumherum befassen.

Zum Inhaltlichen, gibt es hier Ideen wie man einen Vortrag für eine Konferenz vorbereitet oder hier ein paar Tipps zum Small Talk auf Konferenzen.

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The Art of Academic Writing – Auf Englisch Schreiben (3)

Heute gibt es Teil 3 unserer Reihe „The Art of Academic Writing – Auf Englisch Schreiben“. In Teil 1 ging es um die Basics, in Teil 2 gab es Tipps und Tricks für angehende Pros. Heute geht es darum, was man auf Englisch vermeiden sollte, wenn man elegante Texte verfassen will. (Und noch eine persönliche Anmerkung: Dieser Post ist Allie Brudney gewidmet, von der ich einen Großteil dieser Dinge gelernt habe!).

Mittlerweile sind wir auf dem sicheren Weg dahin, uns zu wahren Meistern des eleganten Schreibens zu entwickeln: Wir wissen, dass auf Englisch kurze Sätze König sind, wir Passiv vermeiden, of’s und Präpositionen nur sparsam einsetzen und Titel groß schreiben. Außerdem haben wir uns darin geübt, uns so spezifisch wie möglich auszudrücken, Nomen und Verben eng beieinander zu platzieren und uns kreative Titel und packende Einleitungen auszudenken.

Das also sollen wir tun – heute geht es weiter damit, was wir nicht tun sollten. Übrigens sitzen wir da im gleichen Boot mit den Muttersprachlern, denn auch die haben ja das akademische Schreiben nicht mit der Muttermilch aufgesogen.

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The Art of Academic Writing – Auf Englisch Schreiben (2)

Heute folgt Teil 2 unserer Reihe “Auf Englisch schreiben.” In Teil 1 ging es um die Basics: Was macht einen gut geschriebenen Text auf Englisch aus? Was gilt im Englischen als gute Praxis, was im Deutschen gar nicht geht? Von welchen liebgewonnenen Gewohnheiten und Regeln muss ich mich trennen?  Heute geht es weiter mit Tipps und Tricks für einen ganz besonders eleganten Schreibstil – für die pros und alle, die es werden wollen:

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The Art of Academic Writing – Auf Englisch Schreiben (1)

Heute beginnen wir mit einer losen Reihe zum Schreiben und Publizieren auf Englisch. Wie schreibe ich gute Texte auf Englisch? Wie überarbeite ich meine eigenen englischen Texte? Und von welchen Gewohnheiten sollte ich mich trennen, wenn ich auf Englisch schreibe? Heute gibt es einige grundlegende „How to’s“ mit auf den Weg, die euch helfen sollen, aus klobigen denglischen Texten elegante englische Texte zu machen.


Fast alle jungen Wissenschaftler sehen sich im Laufe ihrer Promotion mit der Aufgabe konfrontiert, auf Englisch publizieren zu wollen, zu sollen oder zu müssen. In den Naturwissenschaften wird ohnehin fast nur auf Englisch publiziert, da die entsprechenden Journals alle auf Englisch herausgegeben werden. Die Naturwissenschaftler haben begriffen, was auch in fast jeder anderen Disziplin gilt: Wer möchte, das seine Forschung international wahrgenommen wird, muss auf Englisch publizieren. Wer aber nicht selbst regelmäßig auf Englisch liest (oder TV-Serien konsumiert…), für den kann diese Anforderung ziemlich abschreckend wirken. Hat man sich nicht für Geschichte als Studienfach entschieden, weil man nie wieder etwas mit Englisch zu tun haben wollte? Der Geschichtspromovend hat wahrscheinlich schon im Laufe seines Studiums festgestellt, dass man sich so einfach nicht aus der Affäre ziehen kann, wenn im Seminar auf einmal Texte von englischen Forschern zum ersten Weltkrieg gelesen wurden. Nun aber selbst auf Englisch publizieren?!

Als jemand, der sich relativ viel im internationalen Umfeld bewegt, werde ich immer wieder von Freundinnen und Kollegen gebeten, ihre englischen Texte Korrektur zu lesen. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass es für Deutsche ganz besonders schwierig ist, gute englische Texte zu schreiben – denn auf einmal stehen alle Regeln Kopf! Was auf Deutsch elegant aussieht, gilt auf Englisch als viel zu pompös. Wir Deutschen lieben das Passiv, auf Englisch ist es verpönt. Wir Deutschen können gar nicht genug Substantive verwenden, auf Englisch sollen wir exakt diese vermeiden, etc. pp. Kurzum: Es ist wirklich gemein, aber für uns Deutsche fängt ein guter englischer Text damit an, ziemlich viele unserer lieb gewonnen Regeln und Gewohnheiten über Bord zu werfen.

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