Wissenschaftlerin und Mutter – ein Zwischenstand

Das ist – zum Glück – (noch) nicht mein Kind. Bild: mytoenailcameoff (Flickr)

Seit Juni dieses Jahres bin ich Mutter – und seit August dieses Jahres bin ich Wissenschaftlerin und Mutter. (Wissenschaftlerin war ich vorher natürlich auch schon, aber ich hatte zwei Monate nach der Geburt Mutterschutz. Gerade kümmert sich hauptsächlich  mein Mann um die Kinderbetreuung). Ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, inwiefern mich das Muttersein verändert hat. Unser ganzes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Diese Veränderung durchdringt jeden Lebensbereich und ich habe mich gefragt, inwiefern es nicht nur die Art, wie ich arbeite, sondern auch gewissermaßen meine Identität als Wissenschaftlerin verändert hat. Continue reading “Wissenschaftlerin und Mutter – ein Zwischenstand”

Nervennahrung: Frühstückskekse

Fröhlichen Feiertag! (Darf man das an Allerheiligen sagen? Ich bin evangelisch…)

Hoffentlich nutzt ihr die Zeit zum Entspannen, der Computer bleibt zu und die Bücher im Regal! Für alle, die Lust haben, den grauen Novembertag mit Backen zu verbringen, gibt es heute mal wieder ein Nervennahrung-Rezept. Wie immer gehaltvoll, gesund und super zum Einfrieren und Mitnehmen! Seit ich das Rezept vor einigen Wochen entdeckt habe, habe ich es schon mindestens vier Mal gemacht. Die Kekse kann man gut zum Frühstück unterwegs (wenn es mal schnell gehen muss) oder als Nachmittagsration, wenn das Abendessen noch so weit weg ist, zwischenschieben.

Und sie sind ziemlich gesund! Kein Zucker? Check! Eisen für müde Gehirne? Check! Eiweiß und Ballaststoffe? Check! Und das, ohne mit dem Blutzuckerspiegel zu spielen.

Die Kekse sind übrigens auch für Veganer geeignet, da sie ohne Eier und Butter auskommen.

Das Rezept kommt ursprünglich vom Blog  101 Cookbooks, ich habe es leicht abgewandelt.

Frühstückskekse/Healthy Cookies

 Zeit: Ca. 15 Minuten

Ergibt 12 Kekse

  • 4 kleine, sehr reife Bananen oder 3 große Bananen
  • 60 ml Olivenöl oder leicht erwärmtes Kokosöl (Olivenöl ist billiger und geht genauso gut)
  • 180 g kernige Haferflocken
  • 60 g geriebene Mandeln
  • 40 g Kokosflocken
  • ½ Teelöffel Zimt
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 180 g Zartbitterschokolade, klein gehobelt
  • optional: 50 g Goji-Beeren oder Rosinen
  1. Ofen auf 180 Grad vorheizen, Backblech mit Papier auslegen.
  2. Die Bananen mit einer Gabel in einer mittelgroßen Schüssel zermatschen.
  3. Alle anderen Zutaten hinzufügen und alles gut vermengen.
  4. Je nach Geschmack kleine oder mittelgroße Kekskugeln formen und platt drücken.

So einfach und so lecker! Guten Appetit!

Oh, Schreck, die Disputatio! Kann eine Verteidigung Spaß machen?

Lass die Korken knallen! Du hast es verdient.

Es ist schon gemein: Man hat Jahre seines Lebens in die Doktorarbeit gesteckt, hat Wochen damit verbracht, jeden Kommafehler auch in Fußnote 1123 zu finden, man kann ganze Textpassagen im Schlaf rezitieren. Dann ist die Arbeit endlich abgegeben und ehrlich gesagt,  man will sie nie mehr wieder sehen. Dann hört man erst einmal lange nichts – und das ist auch gut so, denn man will das Ding nie wiedersehen. Je nach Prüfungsordnung und Praxis am Lehrstuhl bekommt man nach einigen Monaten die Note mitgeteilt, hat vielleicht sogar Einsicht in die Gutachten. Und egal, wie gut die Gutachten sind und wie gut die Note ist, man ärgert sich (und wenn ich „man“ sage, meine ich natürlich „ich“) – was der Gutachter bemängelt, hatte ich doch extra in einer Fußnote erklärt, außerdem hat er xyz völlig falsch verstanden, und hat er die Arbeit überhaupt ganz gelesen?

Und dann kommt der Tag, an dem ich mich dem Ganzen noch einmal aussetzen muss, an dem ich die Arbeit aus der Schublade, wo sie sich doch so wohl gefühlt  hat, wieder herausholen muss. Urgh! Und dafür werde ich auch noch benotet!

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Lieblinge, 2

Manchmal sollte man die Kirche im Dorf lassen. Blogs helfen dabei. (Bild: pixabay)

Man könnte es sich fast denken: Wer einen Blog schreibt, liebt Blogs! Die Idee für diesen Blog entstand unter anderem, weil Franziska und ich beide gerne PhD-Blogs lesen – zur Inspiration, zur Ermutigung, aber auch, um einfach mal Dinge nachzulesen, die man als Promovend so können muss, aber nie beigebracht bekommen hat. Auf Deutsch gab es so etwas noch nicht, so ist unser Blog entstanden. Aber wer das Englische nicht scheut, findet im Netz eine Reihe von lesenswerten PhD-Blogs. Interessanterweise sind die meisten nicht von Promovenden selbst geschrieben, sondern von Professorinnen oder Dozenten, die sich auf die Beratung von Promovenden spezialisiert haben.

Heute also eine Übersicht unserer Lieblings-PhD-Blogs – mit Lieblingsposts:

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[Interview-Reihe:] Nachgefragt bei … Julia Simoleit (2)

Heute geht es weiter mit Teil 2 unserer Interviewreihe. In Teil 1 haben wir mit Julia Simoleit von der Uni Münster über ihre Rolle als Beraterin von Promovenden und über eine gesunde Perspektive auf die eigene Arbeit als Doktorandin gesprochen. Heute geht es um mögliche Schwierigkeiten und Konfliktsituationen während der Promotion.

Dr. Julia Simoleit ist Koordinatorin der Graduiertenschule und des Habilitandenkollegs im Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaft in Münster und Bordeaux ist Julia das Projekt Promotion (Thema: Europäisierung der Universität) in Teilzeit angegangen, das sie 2013 erfolgreich abgeschlossen hat. In fast zehn Jahren am Exzellenzcluster hat sie über hundert Promovenden beraten. Wir freuen uns sehr, dass sie ihre Einsichten mit uns teilt!

Was kann schiefgehen während einer Promotion? (Wie) kann man das vermeiden?

Es gibt natürlich eine ganze Vielzahl von Problemen, die auftreten können. Häufig gibt es Probleme mit dem Betreuer. Bei Promovenden, die direkt in einem Forschungsprojekt angesiedelt sind, handelt es sich ja oft um eine schon länger bestehende Beziehung zum Betreuer, die noch aus dem Studium herrührt. Da will man natürlich ganz besonders vermeiden, Geschirr zu zerschlagen. Man profitiert ja auch von der Situation, weil der Doktorvater oder die Doktormutter einem Möglichkeiten und Perspektiven zuschiebt, die man gut gebrauchen kann. Wenn man die Person noch nicht so gut kennt, gerade erst gefunden hat oder sogar noch gar niemanden hat – was häufig bei Zweitbetreuern der Fall ist – kann man noch etwas unbelasteter an die Situation herangehen. Da rate ich dann häufig: „Überleg du dir doch einmal, was du eigentlich erwartest von deinem Doktorvater oder deiner Doktormutter“. Ich versuche, die Leute zu ermutigen, über ihre eigenen Bedürfnisse nachzudenken und selbstbewusst in die Situation hineinzugehen. Schließlich schreibt ein Doktorand eine Arbeit, er oder sie liefert ja auch Ergebnisse, darf also auch eine Gegenleistung erwarten vom Betreuer. Gerade am Anfang fehlt diese Perspektive vielen Promovenden. Ich habe häufig das Gefühl, dass die Dissertation für viele ein riesiges Projekt ist, in dem sich viele Doktoranden schnell selbst vergessen – vergessen ihre eigenen Rechte, ihre eigenen Bedürfnisse, fassen ihre Arbeit als eine Art „heilige Mission“ auf, für die sie alle Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten in Kauf nehmen müssen. Das ist natürlich Blödsinn! Denn im Grunde genommen ist die Promotion ein Job. Man sollte versuchen, sie nicht zu hoch zu hängen, bei sich selbst zu bleiben und sich zu sagen, „Ich habe mir diese Aufgabe gestellt, ich will das irgendwie schaffen, aber ich darf mich selbst dabei nicht vergessen.“

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[Interview-Reihe:] Nachgefragt bei … Julia Simoleit

Heute starten wir mit einer (losen) Interview-Reihe. Die Idee: Wir fragen  Menschen, die auf irgendeine Art und Weise Promovenden betreuen oder beraten, welche Einsichten, Tipps und Tricks sie uns weitergeben können.

Foto: Martin Zaune

Dr. Julia Simoleit ist Koordinatorin der Graduiertenschule und des Habilitandenkollegs im Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaft in Münster und Bordeaux ist Julia das Projekt Promotion (Thema: Europäisierung der Universität) in Teilzeit angegangen, das sie 2013 erfolgreich abgeschlossen hat. In fast zehn Jahren am Exzellenzcluster hat sie über hundert Promovenden beraten. Wir freuen uns sehr, dass sie ihre Einsichten mit uns teilt!

Welche Fragen werden dir am häufigsten gestellt? (Und wie beantwortest du sie?)

Interessanterweise kommen die Leute am ehesten mit administrativen Fragen. Fragen zur Dissertation, zum Arbeitsablauf, wie es mit dem Betreuer läuft, kommen eigentlich nicht. Ich glaube, es wäre den meisten Leuten unangenehm, direkt mit solchen Fragen aufzuschlagen. Das machen sie nur, wenn schon einiges im Argen liegt – wenn das Betreuungsverhältnis überhaupt nicht läuft und es dem Promovenden langsam klar wird, dass irgendeine Lösung gefunden werden muss. Das Gute ist aber, dass man, wenn man die Promovenden über die administrativen Fragen erst einmal im Büro hat, ja nachfragen kann.

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Worauf sollte man bei der Wahl einer Promotionsstelle achten? – Geisteswissenschaftler-Edition

Für Geisteswissenschaftler ist der Titel dieses Blogposts im Prinzip schon eine Anmaßung: Wer von uns das Glück hat, eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einem Lehrstuhl abzugreifen, der denkt nicht weiter nach – der nimmt sie. Denn, allen Ernstes, meistens haben wir nicht die Wahl: Wenn wir eine heiß begehrte WiMi-Stelle abgreifen können, stellen wir keine weiteren Fragen und nehmen sie!

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The Art of Academic Writing – Auf Englisch Schreiben (3)

Heute gibt es Teil 3 unserer Reihe „The Art of Academic Writing – Auf Englisch Schreiben“. In Teil 1 ging es um die Basics, in Teil 2 gab es Tipps und Tricks für angehende Pros. Heute geht es darum, was man auf Englisch vermeiden sollte, wenn man elegante Texte verfassen will. (Und noch eine persönliche Anmerkung: Dieser Post ist Allie Brudney gewidmet, von der ich einen Großteil dieser Dinge gelernt habe!).

Mittlerweile sind wir auf dem sicheren Weg dahin, uns zu wahren Meistern des eleganten Schreibens zu entwickeln: Wir wissen, dass auf Englisch kurze Sätze König sind, wir Passiv vermeiden, of’s und Präpositionen nur sparsam einsetzen und Titel groß schreiben. Außerdem haben wir uns darin geübt, uns so spezifisch wie möglich auszudrücken, Nomen und Verben eng beieinander zu platzieren und uns kreative Titel und packende Einleitungen auszudenken.

Das also sollen wir tun – heute geht es weiter damit, was wir nicht tun sollten. Übrigens sitzen wir da im gleichen Boot mit den Muttersprachlern, denn auch die haben ja das akademische Schreiben nicht mit der Muttermilch aufgesogen.

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The Art of Academic Writing – Auf Englisch Schreiben (2)

Heute folgt Teil 2 unserer Reihe “Auf Englisch schreiben.” In Teil 1 ging es um die Basics: Was macht einen gut geschriebenen Text auf Englisch aus? Was gilt im Englischen als gute Praxis, was im Deutschen gar nicht geht? Von welchen liebgewonnenen Gewohnheiten und Regeln muss ich mich trennen?  Heute geht es weiter mit Tipps und Tricks für einen ganz besonders eleganten Schreibstil – für die pros und alle, die es werden wollen:

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Nervennahrung: Zimtschnecken mit Datteln und Mandeln

Wie vielleicht schon einmal in dem ein oder anderen Post angeklungen ist, bin ich ein großer Fan von effizientem Arbeiten. Das gilt für mich auch beim Kochen und Backen! Für die Zeit, die ich darein investiere, mein Essen zuzubereiten, möchte ich entlohnt werden – in puncto Geschmack natürlich, aber das Essen soll auch vorhalten! Ich habe keine Lust, mich eine Stunde in die Küche zu stellen, eine halbe Stunde zu essen und eine Stunde später wieder Hunger zu haben. Wenn ich kleine Zwischenmahlzeiten zum Einfrieren backe, gilt das gleiche: Die Snacks sollen mir mindestens zwei Stunden erkaufen, um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken (ich gehöre nicht zu den Leuten, die ihren Hunger ignorieren und einfach weiter arbeiten können… )

Das nur als Erklärung, warum es von mir kein normales Rezept für Zimtschnecken gibt. Die mache ich auch gerne (ein super leckeres und original schwedisches Rezept findet ihr hier). Aber für die oben beschriebenen Zwecke greife ich auf Zutaten zurück, die meinen Magen füllen, meinem Gehirn gut tun und die meinen Blutzuckerspiegel nicht ins Unermessliche steigen und wenig später meine Konzentration demzufolge ins Bodenlose sinken lassen: Vollkornmehl, Datteln und Mandeln.
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