Frohes neues Jahr! Unsere Vorsatz-Fails aus 2020

Kennt ihr den CV of Failures? Johannes Haushofer, damals Professor für Psychologie an der Princeton University, hat vor ein paar Jahren den Trend begründet, in einer Art Anti-Lebenslauf alle Stellen aufzulisten, die er nicht bekommen hat, alle Fördergelder, die er beantragt und nicht erhalten hat und alle Artikel, der er eingereicht hat und die nicht angenommen wurden. Sein Ziel war es, die “Bilanz auszugleichen” und andere zu ermutigen, trotz Rückschlägen nicht aufzugeben.

Wir finden, dass auch bei Neujahrsvorsätzen die Bilanz mal ausgeglichen werden sollte. Und wie wir festgestellt haben, kann es sogar geradezu sein, auf gute Vorsätze aus der Vergangenheit zurückzublicken – gerade dann, wenn man sie nicht einhalten konnte. Ganz nach Marie Kondo bedanken wir uns für den Gedanken, vergeben uns dafür, ihm nicht gerecht geworden zu sein und lassen ihn dann los… und sind frei, das neue Jahr ohne schlechtes Gewissen oder Altlasten zu beginnen.

Hier also unsere Vorsatz-Fails aus 2020 (und davor)… viel Spaß beim Lesen!

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“The Home Edit” für deine Doktorarbeit – Jetzt wird aufgeräumt!

Photo by Paul Hanaoka on Unsplash

Nachdem in den Weihnachtsferien 2018/2019 alle besessen vom Marie Kondo Hype waren, hat jetzt die Aufräumserie „The Home Edit“ auf Netflix einen neuen Organisier-Wahn ausgelöst. Das Konzept ist denkbar einfach: Cleo und Joanna besuchen Stars und normale Familien und räumen ein Zimmer, einen Schrank oder eine Tiefkühltruhe auf.

Kaum hat man eine Sendung gesehen, juckt es in den Fingern, die Chaosschublade in der Küche zu entrümpeln und die Teebeutel in Regenbogenfarben zu sortieren. Einerseits ist die Generalüberholung der Wohnung natürlich eine tolle Prokastinierungsaufgabe für verregnete Sonntage. Andererseits kann man das System, dass Cleo und Joanna vorschlagen, aber auch großartig für die Promotion umgesetzt werden!

(Disclaimer: Dieser Beitrag ist übrigens weder von Netflix noch von The Home Edit gesponsort!)

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Motivationstief oder Update für’s Gehirn? 5 (+1) Tipps für Schluffi-Tage

Photo by Tony Tran on Unsplash

Es gibt einfach Tage, an denen geht nichts. Du bist unkonzentriert, lenkst dich ständig selbst ab. Einen Satz zu schreiben ist eine Qual und jeden Satz, den du liest, hast du danach sofort wieder vergessen. Die Vorstellung, heute etwas an der Diss zu schaffen – undenkbar! Ich nenne diese Tage liefevoll „Schluffi-Tage“. Solche schlechten Tage haben alle Promovierenden von Zeit zu Zeit, und ganz besonders gern, wenn eigentlich eine Deadline drohend heranrückt oder man sich am Vortag vorgenommen hat „Ab jetzt starte ich aber so richtig durch!“

Was ganz besonders fatal ist – manchmal dauert dieser Schluffi-Tag länger als einen Tag. Ganz, ganz selten wird daraus sogar eine ganze Schluffi-Woche. Kein Wunder also, dass die meisten Promovierenden nach Strategien suchen, um aus diesem Motivationsloch wieder rauszukommen. Wir haben 5 +1 Tipp zu dem Thema gesammelt!

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Abbrechen oder Durchhalten? Teil 1

Herzlich Willkommen zurück nach der Sommerpause! Ich hoffe ihr ertragt die Hitzewelle und verbringt eure Zeit im Wasser statt am Schreibtisch soweit möglich.

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Ich wage mal diese These: Jede Doktorandin und jeder Doktorand denkt während der Promotion ans Aufhören. Die Frage ob man eine Promotion durchziehen oder abbrechen sollte wird dementsprechend in Foren und auf Blogs viel diskutiert. Auch mir ist beim Schreiben aufgefallen, dass es eine Menge Argumente, Gefühle und Sorgen gibt, die dabei mitspielen. Daher wird dieser Artikel zwei Teile haben. In Teil 1 geht es um die häufigsten Probleme, die Doktoranden ans Aufhören denken lassen. In Teil 2 wird es um die guten oder schlechten Gründe gehen aus denen Doktoranden sich dann doch entscheiden weiter zu machen.

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Wann soll man mit dem Schreiben der Diss anfangen?

Photo by Patrick Fore on Unsplash

Ein Ratschlag, den bestimmt viele Promovierenden in den letzten Wochen gehört haben (Stichwort Corona-Krise), lautet: „Nutz doch die Zeit und fang schon mal mit dem Schreiben an“. Gut gemeint. Der Gedanke, in die Schreibphase der Dissertation einsteigen, löst jedoch bei vielen Promovierenden eine gewisse Panik aus.

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Neujahrsvorsätze mit Level 10 und neue Abenteuer im neuen Jahr!

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

Es ist Anfang Januar und jeder scheint von Aufbruchsstimmung, Optimismus und Motivation erfasst worden zu sein: das Fitnessstudio ist rappelvoll, landauf landab werden Keller aufgeräumt und Kleiderschränke ausgemistet. Nach den Weihnachtstagen, die sich häufig nach zu viel Essen, Konsumparty und Faulenzen anfühlen, ist es kein Wunder, dass sich viele im Januar nach Ordnung, Mäßigung und Klarheit sehnen.

“Im nächsten Jahr wird alles besser!” Man nimmt sich vor, früher aufzustehen, mehr Sport zu treiben, mehr Aufsätze zu lesen, weniger Zeit zu vertrödeln, mehr zu schreiben (zum Beispiel auf diesem Blog? Siehe unten!)

Gute Vorsätze sind eine gute Idee, sich gedanklich auf das nächste Jahr einzustimmen und den Schwung und Optimismus des Jahreswechsels für sich nutzen zu können. Angesichts des gesellschaftlichen Zwangs zur Selbstoptimierung sehe ich gute Vorsätze jedoch auch ein wenig kritisch.

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“Non-Page-Victories” oder: Erfolge jenseits der getippten Seite

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Im letzten Beitrag hat Franziska A. darüber gesprochen, wie man seine Erfolge feiern kann (und sollte!). Vielleicht hat die eine oder der andere beim Lesen freudlos gelacht und gesagt: „Würde ich ja tun! Wenn ich denn mal Erfolge hätte! Ich habe noch keine Seite geschrieben!“

Eine Doktorarbeit ist – besonders in den Geisteswissenschaften – auf den ersten Blick vor allem ein großes Textdokument (In den Naturwissenschaften oder bei empirischen Arbeiten ist das etwas anders, siehe hier und hier.) Daher scheint es logisch, die Fortschritte an der Doktorarbeit in geschriebenen Kapiteln oder Seiten zu rechnen. Klingt ja logisch: Je mehr ich geschrieben habe, desto näher bin ich dem Ziel der Abgabe. Leider ist es nicht ganz so einfach.

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