Wer kann es sich eigentlich leisten zu promovieren? Soziale Herkunft in der Hochschulkarriere

Heute lest ihr hier den dritten Artikel von Dana, die seit Kurzem festes Mitglied in unserem Redaktionsteam ist. Wir freuen uns sehr, dass Dana dabei ist und uns mit ihren Erfahrungen und Texten unterstützt! Sie promoviert in Kassel zu Migrationen, Arbeitsbeziehungen und Arbeitskonflikten, intersektionalen Ungleichheitsverhältnissen und Subjekttheorien am Beispiel zirkulärer Landarbeitsmigration nach Kanada.

Die Verteilung dieser Plätze hängt nicht nur am Fleiß oder der Begabung der Einzelnen. Photo by Nathan Dumlao on Unsplash

Achtung, heute wird es kritisch und etwas politisch 😉

Denn heute will ich mich mal auslassen – nicht über das Promovieren an sich, sondern über die unausgesprochene Tatsache, dass Promovieren nicht für alle gleichermaßen und „einfach so“ (finanziell) möglich ist. Denn Promovieren ist ein wundervolles Privileg und es geht mit tollen Erlebnissen und Erfahrungen einher – aber gerade weil es ein Privileg ist, ist die Frage, wer es sich überhaupt leisten kann, zu promovieren, eine Frage, die mich immer wieder umtreibt.

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Wissenschaftliches Schreiben muss gelernt sein

Photo by NeONBRAND on Unsplash

Sind wir mal ehrlich, die Promotionszeit ist ein einziges Auf und Ab. Eine emotionale Achterbahnfahrt – vielleicht für die Eine mit größeren Höhen und Tiefen, für den Anderen wiederum mit nur wenigen Wellenbewegungen. Aber manchmal kann es auch sein, dass man sich fühlt, als sei man nur noch auf Talfahrt und ein Richtungswechsel ist nicht in Sicht. Gerade für diese Situationen ist ja eigentlich eine Promotionsbetreuung da. Der Gedanke liegt nahe, dass der oder die wissenschaftlichen Betreuer*in genau in solchen Momenten unterstützend unter die Arme greifen könnte. Er oder sie könnte neue Ideen vorschlagen, den Knoten im Kopf mit cleveren Fragen lösen helfen oder einen guten Hinweis geben – aber eben meist aus einer dezidiert wissenschaftlichen Perspektive und mit einem spezifischen Blick, der oft auf das Themenfeld der Promotion beschränkt ist. Aber was ist, wenn es gar nicht diese Probleme sind, die einen blockieren? Was ist, wenn es eigentlich um vermeintlich ganz allgemeine Dinge geht? Oder was, wenn ich (noch) gar nicht genau sagen kann, was das Problem eigentlich ist?

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Forschungsaufenthalt im Ausland mit Baby – (wie) geht das überhaupt?

Ein Erfahrungsbericht von Dana Dülcke
Ein Forschungsaufenthalt im Ausland ist immer spannend und herausfordern. Und dann noch mit Baby? Photo by Ken Yam on Unsplash

Wir schreiben den Sommer 2014. Ich habe endlich meine Finanzierung für meinen ersten großen Forschungsaufenthalt in Kanada mit meinem Stipendien-Geber organisiert, es stehen schon viele Interviewtermine fest und Übernachtungsmöglichkeiten sind gebucht. Das soll der erste große Meilenstein in meiner (Forschungs-)Arbeit an meiner Doktorarbeit werden. Ich freue mich riesig und mir ist manchmal auch schon etwas schlecht vor Aufregung – aber, wenn ich ehrlich bin, ist mir eigentlich meist auch etwas mulmig zumute, weil ich zu dieser Zeit bereits schwanger bin.

Aber der Plan steht. Ich werde mit dickem Babybauch nach Kanada fliegen und meine ethnografische Forschung vor Ort durchführen. Das heißt konkret: In Kanada hin und her reisen, geplante und ungeplante Interviews führen, an unterschiedlichen Veranstaltungen teilnehmen und alles für die Analyse dokumentieren. Das geht ja alles auch schwanger.

Dann kommt alles anders als gedacht. Ich kann nicht fliegen. Es gibt Komplikationen in der Schwangerschaft und meine Ärztin untersagt mir die Reise. Sie empfiehlt, dass ich im nächsten Jahr fliegen soll. Ich falle in ein emotionales Loch und bin für einige Tage total aus der Bahn geworfen. Denn wie soll ich nun meinen Promotionsprozess voranbringen, wenn ich nicht noch vor der Geburt in die Feldforschung gehen kann? Promovieren mit Kind ist ja schon so eine Herausforderung, wie es Ulrike schon mal hier beschrieben hat. Aber eine Feldforschung im Ausland mit Baby? Über mehrere Monate hinweg?

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